In der jetzt veröffentlichten großen europäischen Studie wurde erstmals prospektiv über 5 Jahre (von 1995 bis 2000) untersucht, ob Kinder mit ALL, die ein passendes Geschwister als Spender haben, von der Transplantation langfristig profitieren. Die Patienten stammten aus sieben europäischen Ländern und wurden nach weitgehend einheitlichen Behandlungsplänen vorbehandelt.
Die Übertragung von Blutstammzellen von Gesunden durch Knochenmarktransplantation (KMT) auf leukämiekranke Patienten ist seit mehr als drei Jahrzehnten auch bei Kindern eine weit verbreitete Therapiemöglichkeit. Dennoch ist sie im Vergleich zur medikamentösen Behandlung KMT mit mehr Komplikationen verbunden, nicht zuletzt deswegen, weil das Immunsystem des Empfängers so stark unterdrückt werden muss, damit die Blutstammzellen des Spenders überhaupt erfolgreich anwachsen und funktionieren können.
Bei dieser Untersuchung, an der mehr als 350 Kinder teilnahmen, ließ sich zeigen, dass die Transplantation von Blutstammzellen von Geschwistern eine Verbesserung der Heilungschance ergibt, wobei dieser Unterschied mit der Zeit immer deutlicher wird. Dies ist ein wesentlicher Hinweis darauf, dass sogar eine Hochrisiko-Leukämie prinzipiell durch diese so genannte zelluläre Immuntherapie heilbar ist.
Allerdings musste festgestellt werden, dass zu Beginn der Studie die Transplantation für die wenigen Patienten, die von nicht-verwandten Spendern transplantiert wurden, nicht von Vorteil war, weil die nachfolgenden Komplikationen oft nicht beherrschbar waren. Ende der 90er Jahre ergaben sich dann neue Möglichkeiten der Gewebetypisierung, die eine wesentlich verbesserte Zuteilung von Spendern zu Empfängern erlaubten und damit zu einer geringeren Komplikationsrate beitrugen.
Für weitere Informationen steht zur Verfügung:
Prof. Dr. Martin Schrappe
Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Schwanenweg 20, 24105 Kiel, Fon 0431-597-1621, Fax 0431-597-1831
m.schrappe@pediatrics.uni-kiel.de
Quelle: idw
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