7 Millionen Euro für Heidelberger Kern- und Elementarteilchenphysiker

01.07.2009, 15:00 | Wissenschaft | Autor: | Jetzt kommentieren


Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Großprojekte zur Erforschung der Struktur der Materie





Im Rahmen der sogenannten Verbundforschung fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Beteiligung von Heidelberger Kern- und Elementarteilchenphysikern an Großprojekten zur Erforschung der Struktur der Materie mit insgesamt 7 Millionen Euro. Damit nehmen die Heidelberger Forscher in der kommenden dreijährigen Förderperiode, die Anfang Juli beginnt, einen Spitzenplatz in der Verbundforschungsförderung in Deutschland ein. Aus Mitteln der Verbundforschung wurden die Heidelberger Physik-Institute bislang bereits unter anderem für ihr Mitwirken an den Experimenten des Large Hadron Collider (LHC) am CERN in Genf mit rund 22.9 Millionen Euro gefördert.


Förderschwerpunkt in den jetzt bewilligten Projekten ist mit 5.3 Millionen Euro weiterhin die Heidelberger Beteiligung an den LHC-Experimenten. Arbeitgruppen aus dem Kirchhoff-Institut für Physik, dem Physikalischen Institut und dem Institut für Technische Informatik sind maßgeblich an drei der vier LHC-Experimente - ALICE, ATLAS und LHCb beteiligt. Eine vergleichbar breite Mitarbeit am LHC-Programm gibt es an keiner anderen Universität weltweit.


Die Fragestellungen, die mit den LHC-Experimenten angegangen werden sollen, stehen in engem Zusammenhang mit der Entstehung und der Entwicklung unseres Universums. Am ALICE-Experiment soll ein neuer Materiezustand, das Quark-Gluon-Plasma, erstmalig eindeutig nachgewiesen und untersucht werden. Aus dieser Quark-Gluon-"Suppe" bestand unser Universum kurze Zeit nach dem Urknall, es soll am LHC in Schwerionenkollisionen erzeugt werden. Das ATLAS-Experiment untersucht den Ursprung der Massen. Es fahndet nach neuen, möglicherweise "supersymmetrischen" Teilchen, die Kandidaten der im Universum beobachteten dunklen Materie sein könnten. Abweichungen von der dreidimensionalen Raumstruktur bei kleinsten Abständen könnten zu spektakulären Ereignissen wie "mini" Schwarzen Löchern führen. Das un*terschiedliche Verhalten von Materie und Antimaterie ist eine Fragestellung, die am LHCb-Experiment untersucht wird. Die Forscher erhoffen sich aus der genauen Vermessung sogenannter B-Mesonen Hinweise auf neue physikalische Phänomene und neue Einsichten im Verständnis der in unserem Universum beobachteten Materieasymmetrie. Sollten also in den nächsten Jahren am LHC neue Phänomene entdeckt werden, so werden Physiker der Universität Heidelberg unmittelbar daran beteiligt sein.


Zweiter Schwerpunkt der BMBF-Förderung ist mit einer Summe von 1.1 Millionen Euro die Vorbereitung und der Aufbau eines neuen Experiments an dem an der GSI in Darmstadt geplanten Beschleunigerkomplex FAIR. Heidelberger Institute werden am CBM-Experiment mitarbeiten, das sich die Untersuchung von Kernmate*rie bei höchsten Dichten, so wie sie beispielsweise in Neutronensternen oder in Kernen von Supernovaexplo*sionen existiert, zur Aufgabe machen wird.


Die hohe BMBF-Förderung der Heidelberger Kern- und Elementarteilchenphysik unterstreicht eindrücklich die Spitzenposition, die dieser Forschungsbereich der Universität Heidelberg in Deutschland einnimmt. Sie erlaubt den Heidelberger Forschergruppen auch in Zukunft, maßgeblich zur Erforschung der Struktur der Materie und zum Verständnis der Entwicklung unseres Universums beitragen zu können.


Kontakt:
ALICE:
Prof. Dr. J. Stachel, Physikalisches Institut, Tel. 06221 549224
stachel@physi.uni-heidelberg.de


ATLAS:
Prof. Dr. K. Meier, Kirchhoff-Institut für Physik, Tel. 06221 549831
meierk@kip.uni-heidelberg.de


LHCb:
Prof. Dr. U. Uwer, Physikalisches Institut Tel.06221 549226
uwer@physi.uni-heidelberg.de


FAIR:
Prof. Dr. N. Herrmann, Physikalisches Institut
Tel. 06221 549464,
herrmann@physi.uni-heidelberg.de


Allgemeine Rückfragen von Journalisten bitte an:
Universität Heidelberg
Kommunikation und Marketing
Dr. Michael Schwarz, Pressesprecher
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de


Irene Thewalt
presse@rektorat.uni-heidelberg.de


Quelle: idw


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