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Verluste durch Ferienhausvermietungen leichter absetzbar

02.02.2016, 15:51 | Wirtschaft & Steuern | Autor: Juraforumadmin | Jetzt kommentieren

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Verluste durch Ferienhausvermietungen leichter absetzbarKöln (jur). Vermieter eines Ferienhauses können Verluste auch dann steuermindernd geltend machen, wenn ein Gewinn füber längere Zeit nicht zu erwarten ist. Nach einem am Dienstag, 2. Februar 2016, bekanntgegebenen Urteil des Finanzgerichts Köln ist dies selbst dann möglich, wenn der Eigentümer sich eine Eigennutzung vorbehalten hat, diese dann aber nachträglich ausgeschlossen wird (Az.: 10 K 2322/13). Voraussetzung ist danach zudem, dass eine Gewinnerzielungsabsicht bestand.

Damit bekam ein Ehepaar recht, welches 1999 von einer Firma ein Grundstück gekauft und darauf ein Ferienhaus gebaut hatte. Gleichzeitig schloss das Paar mit der Firma einen Gästevermittlungsvertrag, wonach das Haus an Feriengäste vermietet werden sollte. Lediglich über einen Zeitraum von maximal vier Wochen pro Jahr wollte das Paar das Ferienhaus selbst nutzen.

Ein Jahr später wurde die Selbstnutzungsmöglichkeit ausgeschlossen und die entsprechende Klausel aus dem ursprünglichen Vertrag gestrichen.

Doch das Ferienhaus machte Verluste. Das Ehepaar machte in den Streitjahren 2004 und 2005 diese in Höhe von insgesamt rund 19.500 Euro in ihren Einkommensteuererklärungen steuermindernd geltend.

Das Finanzamt lehnte den Verlustabzug ab. Es sei innerhalb eines 30-jährigen Prognosezeitraums mit keinem Überschuss der Mieteinnahmen über die Kosten zu rechnen.

Doch auch ohne solch eine Überschussprognose sei ein Verlustabzug möglich, wenn eine Eigennutzung ausgeschlossen ist und „die tatsächlichen Vermietungstage die ortsübliche Vermietungszeit nicht erheblich“ unterschreiten, so das Finanzgericht in seinem Urteil vom 17. Dezember 2015. Dies sei hier der Fall, so dass „typisierend“ von einer Absicht des Steuerpflichtigen auszugehen sei, einen Einnahmeüberschuss zu erwirtschaften. Dies gelte auch dann, wenn die ursprünglich vereinbarte Eigennutzung erst nachträglich aufgehoben wurde.

Wegen grundsätzlicher Bedeutung hat das Finanzgericht die Revision zum Bundesfinanzhof in München zugelassen.


Quelle: © www.juragentur.de - Rechtsnews für Ihre Anwaltshomepage

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