Steuervergünstigungen bei gewerblicher Tierbetreuung

26.11.2015, 08:29 | Wirtschaft & Steuern | Jetzt kommentieren


Steuervergünstigungen bei gewerblicher Tierbetreuung
München (jur). Tierhalter können für die gewerbliche Betreuung ihrer Schützlinge in der eigenen Wohnung Steuervergünstigungen beanspruchen. Denn es handelt sich hier um „haushaltsnahe Dienstleistungen“, wie der Bundesfinanzhof (BFH) in München in einem am Mittwoch, 25. November 2015, veröffentlichten Urteil entschied (Az.: VI R 13/15). Er widersprach damit der bisherigen Auffassung der Finanzverwaltung.

Um die Schwarzarbeit einzudämmen, sind haushaltsnahe Dienstleistungen und Beschäftigungsverhältnisse – etwa einer Putzfrau – steuerbegünstigt. 20 Prozent des Arbeitslohns können direkt von der Steuerschuld abgezogen werden. Allerdings ist der Abzug bei Minijobs auf 510 Euro pro Jahr begrenzt, bei Handwerkerleistungen auf 1.200 Euro und bei anderen Dienstleistungen auf 4.000 Euro. Voraussetzung ist zudem, dass der Dienstleister eine formelle Rechnung stellt und diese nicht bar, sondern per Überweisung bezahlt wird.

In dem nun vom BFH entschiedenen Fall hatten die Kläger ihre Hauskatze während des Urlaubs von einer Firma für Tier- und Wohnungsbetreuung versorgen lassen. Das Unternehmen stellte 303 Euro in Rechnung, die Katzenhalter bezahlten per Überweisung.

Die in der Rechnung enthaltenen Arbeitskosten machten sie in ihrer Steuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend. Das Finanzamt erkannte dies aber nicht an. Es stützte sich dabei auf ein entsprechendes Rundschreiben des Bundesfinanzministeriums.

Mit seinem jetzt schriftlich veröffentlichten Urteil vom 3. September 2015 trat dem der BFH nun entgegen. Laut Gesetz gelte die Vergünstigung für Arbeiten, die regelmäßig anfallen, eine „hinreichende Nähe zur Haushaltsführung“ haben und die gewöhnlich auch von Mitgliedern des Haushalts erledigt werden oder zumindest erledigt werden könnten.

Hier sei dies der Fall. Denn Haustiere müssten regelmäßig gefüttert, gepflegt und gegebenenfalls ausgeführt werden. Typischerweise werde dies auch durch die Halter oder Mitglieder ihres Haushalts selbst erledigt.

Mit seinem jetzt schriftlich veröffentlichten Urteil vom 3. September 2015 bestätigte der BFH ein Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf vom 4. Februar 2015 (Az.: 15 K 1779/14 E; JurAgentur-Meldung vom 12. Februar 2015).

Quelle: © www.juragentur.de - Rechtsnews für Ihre Anwaltshomepage
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