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BGH: Kfz-Versicherer darf nicht nur auf günstige Werkstätten verweisen

12.11.2015, 08:17 | Verkehrsrecht | Jetzt kommentieren


BGH:  Kfz-Versicherer darf nicht nur auf günstige Werkstätten verweisen
Karlsruhe (jur). Soll ein Auto-Unfallschaden auf Gutachtenbasis von der Kfz-Kaskoversicherung beglichen werden, können dabei unter Umständen die höheren Kosten einer markengebundenen Fachwerkstatt zugrunde gelegt werden. Dies gilt zumindest dann, wenn nur in der Markenwerkstatt das Auto vollständig repariert werden kann oder auch, wenn es sich um ein neueres Fahrzeug handelt, urteilte am Mittwoch, 11. November 2015, der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe (Az.: IV ZR 426/14).
Geklagt hatte ein Berliner, der nach einem Unfall seinen Mercedes nicht reparieren ließ, von seinem Kaskoversicherer aber den Ersatz der fiktiven Reparaturkosten verlangte. Laut einem von ihm beauftragten Gutachten würden bei einer Reparatur Kosten in Höhe von rund 9.400 Euro anfallen. Der Gutachter berücksichtigte dabei die Stundensätze einer markengebundenen Fachwerkstatt.

Der Versicherer hielt dies für überzogen. Angemessen seien vielmehr 6.400 Euro. Dabei wurden die Lohnkosten einer ortsansässigen, nicht markengebundenen Werkstatt zugrunde gelegt. Das Versicherungsunternehmen verwies zudem auf seine Allgemeinen Bedingungen für die Kraftfahrzeugversicherung. Danach würden nur die „erforderlichen Kosten einer vollständigen Reparatur bis zur Höhe des um den Restwert verminderten Wiederbeschaffungswerts“ übernommen.

Der BGH entschied, dass die Versicherungsbedingungen zwar maßgeblich sind. Was jedoch als „erforderliche Kosten“ anzusehen ist, hänge von der Sicht des durchschnittlichen Versicherungsnehmers ab. Danach seien die Kosten einer Markenwerkstatt anzusetzen, wenn nur dort eine vollständige und fachgerechte Instandsetzung des Autos möglich ist. Auch bei einem neueren Fahrzeug seien die fiktiven Reparaturkosten einer Markenwerkstatt zu berücksichtigen. Gleiches gelte, wenn der Versicherungsnehmer sein Fahrzeug immer in der Markenwerkstatt hat warten und reparieren lassen.

Ob diese Voraussetzungen auf den Kläger zutreffen, muss nun das Landgericht Berlin noch einmal entscheiden.

Quelle: © www.juragentur.de - Rechtsnews für Ihre Anwaltshomepage
Symbolgrafik: © Dan Race - Fotolia.com


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