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JuraForum.deUrteileVorschriftenZZPO§ 398 Abs. 1 ZPO 

Entscheidungen zu "§ 398 Abs. 1 ZPO"

Übersicht

BGH – Beschluss, VIII ZR 3/09 vom 14.07.2009

Würdigt das Berufungsgericht eine Zeugenaussage anders als das erstinstanzliche Gericht, ohne den Zeugen selbst zu vernehmen, liegt darin ein Verstoß gegen das rechtliche Gehör der benachteiligten Partei (im Anschluss an BVerfG, NJW 2005, 1487 und BGH, Beschluss vom 5. April 2006 - IV ZR 253/05, FamRZ 2006, 946).

LAG-KOELN – Urteil, 11 Sa 172/07 vom 27.07.2007

1. Eine grundsätzliche Zeugenabwertung für bestimmte Personenkreise (hier die Ehegattin des Geschäftsführers der Arbeitgeberin und deren Mitgesellschafterin) ist unzulässig (wie LAG Köln, Urteil vom 01.12.2000 - 11 Sa 1147/00, LAGE § 448 ZPO Nr. 4).

2. Ob und inwieweit der mit § 394 Satz 1 BGB zu Gunsten des Arbeitnehmers gewollte Sozialschutz wegen einer vom Arbeitnehmer im Rahmen seines Arbeitsverhältnisses gegenüber dem Arbeitgeber verübten treuwidrigen und vorsätzlichen Nachteilszufügung weichen muss, richtet sich nach den gesamten Umständen des Einzelfalls, wobei das Gewicht des mit § 394 Satz 1 BGB gewollten Sozialschutzes und der Treueverstoß gegeneinander abzuwägen sind (im Anschluss an BAG, Urteil vom 31.03.1960 - 5 AZR 441/57, AP Nr. 5 zu § 394 BGB).

LAG-SCHLESWIG-HOLSTEIN – Urteil, 5 Sa 279/04 vom 19.10.2004

Eine Abmahnung enthält grundsätzlich einen Kündigungsverzicht bezogen auf das in der Abmahnung gerügte Fehlverhalten. Dies gilt ausnahmsweise nicht, wenn der Abmahnung nach dem Empfängerhorizont zu entnehmen ist, dass sich der Kündigungsberechtigte das Recht zur Kündigung wegen des gerügten Fehlverhaltens unter bestimmten Voraussetzungen doch noch vorbehält.

BGH – Urteil, VIII ZR 337/00 vom 22.05.2002

Erachtet das Berufungsgericht die erstinstanzliche Aussage eines Zeugen entgegen der Würdigung des Erstrichters für nicht ausreichend zur Beweiswürdigung, hat es den Zeugen jedenfalls dann erneut zu vernehmen, wenn die Aussage des Zeugen widersprüchlich oder mehrdeutig ist und es für die Auffassung des Erstrichters nicht an jedem Anhaltspunkt in der protokollierten Aussage fehlt.

Hat eine Partei erstinstanzlich auf die Vernehmung eines von ihr benannten Zeugen für diese Instanz verzichtet, und kann der Vernehmung des Zeugen im Berufungsrechtszug Bedeutung zukommen, so hat das Berufungsgericht, bevor es den Beweisantrag als nicht mehr gestellt erachtet, auf Grund seiner Aufklärungspflicht bei der Partei nachzufragen, ob der Verzicht auch für die zweite Instanz gelten soll.

BAG – Urteil, 2 AZR 396/00 vom 06.12.2001

Das Landesarbeitsgericht muß die Aussage einer vom Arbeitsgericht nach § 448 ZPO vernommenen Partei in seine Beweiswürdigung nach § 286 Abs. 1 ZPO einbeziehen, auch wenn es selbst keinen Anlaß für eine solche Parteivernehmung gesehen hätte.

BGH – Urteil, VIII ZR 112/98 vom 02.06.1999

ZPO § 398 Abs. 1

Die erneute Vernehmung eines Zeugen ist geboten, wenn das Berufungsgericht die protokollierte Aussage anders verstehen oder ihr ein anderes Gewicht beimessen will als die Vorinstanz.

BGH, Urteil vom 2. Juni 1999 - VIII ZR 112/98 -
OLG Koblenz
LG Mainz

BGH – Urteil, I ZR 32/96 vom 16.07.1998

BUNDESGERICHTSHOF
IM NAMEN DES VOLKES
URTEIL

I ZR 32/96

Verkündet am:
16. Juli 1998

Walz
Justizamtsinspektor
als Urkundsbeamter
der Geschäftsstelle

in dem Rechtsstreit

Vieraugengespräch

ZPO § 286 B Abs. 1, §§ 295, 398 Abs. 1, § 448

a) Das Berufungsgericht muß die Aussage einer nach § 448 ZPO vernommenen Partei in die Beweiswürdigung auch dann einbeziehen, wenn es aus seiner Sicht keinen Anlaß für eine Parteivernehmung gesehen hätte.

b) Auch von der Würdigung der Aussage einer Partei im angefochtenen Urteil darf das Rechtsmittelgericht nicht abweichen, ohne die Partei erneut vernommen zu haben.

c) Ein in der Anordnung einer Parteivernehmung nach § 448 ZPO liegender Verfahrensverstoß kann grundsätzlich noch in der Berufungsbegründung gerügt werden. Ein nach der Vernehmung erfolgtes rügeloses Verhandeln steht der späteren Rüge nicht entgegen.

d) Im Rahmen der Ermessensentscheidung nach § 448 ZPO kann auch der Umstand berücksichtigt werden, daß es um die Aufklärung eines sog. Vieraugengesprächs geht, das die zu vernehmende Partei mit einem als Zeugen vernommenen Mitarbeiter der Gegenseite geführt hat. Dem Gebot der prozessualen Waffengleichheit kann allerdings auch durch eine persönliche Anhörung der Partei nach § 141 ZPO genügt werden.

BGH, Urt. v. 16. Juli 1998 - I ZR 32/96 -
OLG Köln
LG Köln

BGH – Urteil, I ZR 20/96 vom 19.02.1998

ZPO § 398 Abs. 1

Die "informatorische Anhörung" eines in erster Instanz vernommenen Zeugen durch das Berufungsgericht kann eine nach § 398 Abs. 1 ZPO gebotene erneute Zeugenvernehmung nicht ersetzen.

BGH, Urt. v. 19. Februar 1998 - I ZR 20/96 -
OLG Frankfurt a.M.
LG Frankfurt a.M.

OLG-DUESSELDORF – Urteil, I-1 U 98/07 vom 18.02.2008

BGH – Urteil, III ZR 145/07 vom 14.02.2008

OLG-DUESSELDORF – Urteil, I-1 U 16/07 vom 14.01.2008

OLG-DUESSELDORF – Urteil, I-6 U 27/05 vom 18.05.2006

BGH – Beschluss, IV ZR 253/05 vom 05.04.2006

BGH – Beschluss, IV ZR 57/05 vom 02.11.2005

BGH – Urteil, III ZR 71/05 vom 27.10.2005

BGH – Urteil, I ZR 68/03 vom 15.09.2005

OLG-DUESSELDORF – Urteil, I-1 U 158/03 vom 11.05.2005

LAG-RHEINLAND-PFALZ – Urteil, 5 Sa 465/04 vom 14.09.2004

BGH – Urteil, XI ZR 290/01 vom 17.12.2002

BGH – Urteil, VIII ZR 272/01 vom 30.10.2002

BGH – Urteil, XII ZR 273/99 vom 30.10.2002

BGH – Urteil, III ZR 284/00 vom 13.12.2001

BGH – Urteil, VIII ZR 306/99 vom 25.10.2000

BGH – Urteil, VIII ZR 276/99 vom 11.10.2000

BGH – Urteil, XII ZR 54/97 vom 22.12.1999

BGH – Urteil, XI ZR 72/98 vom 19.01.1999

BGH – Urteil, XI ZR 50/98 vom 08.12.1998

BGH – Urteil, VIII ZR 3/98 vom 21.10.1998


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