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JuraForum.deUrteileVorschriftenWWEG§ 43 Nr. 1 WEG 

Entscheidungen zu "§ 43 Nr. 1 WEG"

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LG-MUENCHEN-I – Urteil, 1 S 10826/12 vom 13.05.2013

Kosten eines Rechtsstreits der Wohnungseigentümergemeinschaft gegen einzelne Wohnungseigentümer sind Kosten der Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums im Sinne von § 16 Abs. 2 WEG. Ohne abweichende Regelung in der Gemeinschaftsordnung sind an diesen Kosten im Innenverhältnis sämtliche Wohnungseigentümer zu beteiligen. Anders als bei den Kosten von Anfechtungsklageverfahren ist daher der beklagte Wohnungseigentümer im Rahmen der Kostenverteilung nicht auszunehmen.Kurzer Sachverhalt:Die Klägerin und die Beklagten bilden eine Wohnungseigentümergemeinschaft, welche zwei Beweissicherungsverfahren wegen Mängeln am Gemeinschaftseigentum gegen den Bauträger führte. Der Bauträger wurde zwischenzeitlich durch Rückabwicklung eines Kaufvertrags wieder Wohnungseigentümer. Die Wohnanlage besteht aus zwölf Wohneinheiten, welche sich auf drei Baukörper verteilen. Die Klägerin ist Eigentümerin der Wohneinheiten 10 und 11, welche im sog. ursprünglichen Wohngebäude gelegen sind. Der Bauträger ist Eigentümer der Wohneinheit 12 ("Ausstellungsraum") im sog. Garagenbauwerk. Die übrigen neun Wohneinheiten bilden den dritten Gebäudekomplex (sog. ehemaliges Betriebsgebäude).Gegenstand der Beweissicherungsverfahren waren Baumängel betreffend der Gebäudekomplexe ehemaliges Betriebsgebäudes sowie Garagenbauwerk, nicht jedoch betreffend des Bauernhauses, in welchem sich die Wohneinheiten der Klägerin befinden.In der Teilungserklärung der Gemeinschaft ist unter § 12 Folgendes bestimmt:(1) (...)(2) Sämtliche Kosten und Lasten des Gemeinschaftseigentums sind grundsätzlich nach den Miteigentumsanteilen aufzubringen, soweit in dieser Urkunde nichts anderes bestimmt ist.(3) Beim ursprünglichen Wohngebäude (Einheiten Nr. 10 und 11), bei dem ehemaligen Betriebsgebäude (Einheiten Nr. 1 bis 9) und bei dem Ausstellungsraum (Einheit Nr. 12) handelt es sich im Prinzip um wirtschaftlich drei getrennte Gebäudeteile. Sämtliche Kosten und Lasten, soweit ausscheidbar und den einzelnen Gebäudeteilen zurechenbar, insbesondere somit die Kosten der Unterhaltung und Instandhaltung haben die Eigentümer der jeweiligen Gebäudeteile selbst zu tragen. Lediglich die den einzelnen Gebäudeteilen nicht zurechenbaren Kosten und Lasten des Gemeinschaftseigentums sind grundsätzlich nach Miteigentumsanteilen aufzubringen, soweit in dieser Urkunde nichts anderes bestimmt ist. Dies gilt insbesondere für die Kosten der gemeinsamen Heizungsanlage sowie für die gemeinsamen Außenanlagen und Zufahrtsflächen. Klargestellt wird, dass der Eigentümer der Einheit Nr. 12 (Ausstellungsraum) lediglich allein die Kosten der Unterhaltung und Instandhaltung für die ihn betreffende Außenfassade allein zu tragen hat, da sich im gleichen Gebäudeteil die Carports und die Abstellräume befinden. Die Kosten der Unterhaltung und Instandhaltung hat, soweit nicht direkt der Einheit Nr. 12 zurechenbar, die Gemeinschaft zu tragen, insbesondere die Kosten der Unterhaltung und Instandhaltung des Daches. In der Eigentümerversammlung vom 11.04.2011 wurden u.a. die Jahresabrechnung 2010 und der Wirtschaftsplan 2011 beschlossen. Die Kosten, welche der Gemeinschaft im Zusammenhang mit den geführten Beweissicherungsverfahren entstanden sind bzw. voraussichtlich im Wirtschaftsjahr 2011 entstehen wurden dabei nach Miteigentumsanteilen auf alle Wohnungseigentümer mit Ausnahme des Eigentümers der Einheit 12 (Bauträger) verteilt. Eine gerichtliche Kostenentscheidung lag zum Zeitpunkt der angegriffenen Beschlussfassung noch nicht vor.Die Klägerin wendet sich mit ihrer Anfechtungsklage dagegen, dass sie im Rahmen der beschlossenen Jahresabrechnung sowie des Wirtschaftsplans mit Gerichts- und Rechtsanwaltskosten belastet wurde, welche durch die Beweissicherungsverfahren entstanden sind.Insoweit rügt die Klägerin zum einen, dass es sich jeweils um ausscheidbare Kosten im Sinne von § 12 Abs. 3 GemO handeln würde. Darüber hinaus macht die Klägerin geltend, dass der Wohnungseigentümer, gegen welchen sich die Verfahren richteten, zu Unrecht nicht anteilig an den entstandenen Kosten beteiligt worden sei.Das Amtsgericht hat der Anfechtungsklage stattgegeben. Die dagegen gerichtete Berufung der Beklagten blieb weitgehend ohne Erfolg.LG München I 1. Zivilkammer,
Urteil vom
13.05.2013, 1 S 10826/12§ 16 Abs 2 WoEigGGründeI.1Von einer Darstellung des Sachverhalts wird gemäß §§ 540 II, 313a I 1 ZPO abgesehen, da ein Rechtsmittel gegen das vorliegende Urteil unzweifelhaft nicht in Betracht kommt: Die Revision wurde nicht zugelassen; eine Nichtzulassungsbeschwerde ist nach § 62 Abs 2 WEG n. F. ausgeschlossen, da es sich vorliegend um eine Streitigkeit nach § 43 Nr. 4 WEG handelt (Spielbauer/Then, WEG, § 62 Rz. 6).II.2Die zulässige Berufung der Beklagten hatte keinen Erfolg. Das Amtsgericht hat der Anfechtungsklage betreffend der Beschlüsse der Eigentümerversammlung vom 11.04.2011 im Ergebnis weitgehend zu Recht stattgegeben. Lediglich im Hinblick auf die Anfechtung des Beschlusses zu TOP 6 war die Anfechtungsklage teilweise zurückzuweisen.31. Der Beschluss der Eigentümerversammlung vom 11.04.2011 zu TOP 4 betreffend die Genehmigung der Jahresabrechnung war auf Anfechtungsklage hinsichtlich der angegriffenen Positionen "Gutachter plus Prozesskosten Bodenplatte" sowie "Rechtsanwaltskosten o.WE.12" für ungültig zu erklären.4a) Die Klägerin hat ihre Anfechtungsklage hinsichtlich des Beschlusses zu TOP 4 wirksam auf die Anfechtung der genannten Abrechnungspositionen beschränkt. Die Anfechtung eines Eigentümerbeschlusses kann auch auf einen abtrennbaren Teil des Beschlusses beschränkt werden. Dies ist etwa bei einzelnen Kostenpositionen in einem Beschluss über die Jahresabrechnung der Fall (vgl. BGH NZM 2010, 243, 244).5b) Die Beschlussfassung zur Genehmigung der Jahresabrechnung war hinsichtlich der Abrechnungsposition "Gutachter plus Prozesskosten Bodenplatte" aufzuheben. Insoweit greift die fristgerecht erhobene Rüge der Klägerin, die Kosten seien nicht entsprechend dem Kostenverteilungsschlüssel der Teilungserklärung umgelegt worden, durch.6aa) Nach § 12 Abs. 2 GemO sind die Kosten und Lasten des Gemeinschaftseigentums grundsätzlich nach Miteigentumsanteilen aufzubringen. Hiervon sieht § 12 Abs. 3 GemO eine Ausnahme für Kosten und Lasten vor, welche ?ausscheidbar und den einzelnen Gebäudeteilen zurechenbar? sind.7Hierbei kann im vorliegenden Fall im Ergebnis offenbleiben, ob es sich bei den Gutachter- und Prozesskosten hinsichtlich des Beweissicherungsverfahrens betreffend die Bodenplatte um ausscheidbare Kosten im Sinne von § 12 Abs. 3 GemO handelt.8Soweit es sich bei diesen Kosten um ausscheidbare Kosten handeln sollte, welche - wie von der Klägerin behauptet - alleine die Eigentümer der Wohneinheiten 1-9 betreffen, so entspräche die vorgenommene Kostenverteilung nicht dem Kostenverteilungsschlüssel gem. § 12 Abs. 3 GemO, da in diesem Falle die Klägerin nicht an diesen Kosten zu beteiligen gewesen wäre. Soweit es sich jedoch nicht um ausscheidbare Kosten handelt, wären der Kostenverteilungsschlüssel gem. § 12 Abs. 1 GemO anzuwenden gewesen. Auch insoweit wäre die in der vorliegenden Jahresabrechnung vorgenommene Kostenverteilung unzutreffend, da auch der Eigentümer der Wohneinheit Nr. 12 gem. § 12 Abs. 1 GemO an den entsprechenden Kosten zu beteiligen wäre.bb) Bei Kosten eines Rechtsstreits, welchen die Wohnungseigentümergemeinschaft selbst gegen einen Dritten führt, handelt es sich um Kosten der Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums, welche gem. § 16 Abs. 2 WEG bzw. nach dem vereinbarten allgemeinen Kostenverteilungsschlüssel zu verteilen sind (vgl. BGH NJW 2007, 1869; BayObLG NJW 1993, 603; BayObLG NZM 2001, 766; Engelhardt in MüKo BGB, § 16 Rn. 15; Becker in Bärmann, WEG, 12. Aufl., § 16 Rn. 171; a. A. Jennißen, WEG, 3. Aufl., § 16 Rn. 165).9Insoweit handelt es sich nicht um Kosten eines Rechtsstreits gem. § 43 WEG, welche gem. § 16 Abs. 8 WEG nicht zu den Kosten der Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums gem. § 16 Abs. 2 WEG gehören. Das gilt insbesondere für Kosten eines Rechtsstreits betreffend der Durchsetzung von Mängelansprüchen bezüglich des gemeinschaftlichen Eigentums (vgl. BayObLG NJW 1993, 603; BayObLG NZM 2001, 766, vgl. auch Engelhardt in MüKo BGB, § 16 Rn. 15; Becker in Bärmann, WEG, 12. Aufl., § 16 Rn. 171). Im Hinblick auf die Umlage von Kosten eines Rechtsstreits ist nach der Rechtsprechung des BGH (vgl. BGH NJW 2007, 1869) zwischen Binnenstreitigkeiten innerhalb der Wohnungseigentümergemeinschaft und Rechtsstreitigkeiten, an denen die Eigentümergemeinschaft selbst oder sämtliche Wohnungseigentümer gleichgerichtet beteiligt sind, zu unterscheiden. Bei den Kosten der letztgenannten Verfahren handelt es sich um solche der Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums. Dies gilt nach der Rechtsprechung des BGH auch dann, wenn die Streitigkeit die Durchsetzung gemeinschaftlicher Beitrags- und Schadensersatzansprüche gegen einzelne Wohnungseigentümer zum Gegenstand hat (vgl. BGH NJW 2007, 1869; vgl. auch Niedenführ, WEG, 10. Aufl., § 16 Rn. 87; a.A. Jennißen, WEG, 3. Aufl., § 16 Rn. 165).10Hinsichtlich der Kosten einer Entziehungsklage ist bereits obergerichtlich entschieden, dass diese, da sie gem. § 16 Abs. 7 WEG ebenfalls zu den Kosten der Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums gehören, auch im Falle des Obsiegens des Beklagten anteilig auf alle Wohnungseigentümer -einschließlich des Beklagten- umzulegen sind (vgl. OLG Düsseldorf ZMR 1996, 571; vgl. auch Drasdo, ZMR 1996, 573; Niedenführ, WEG, 10. Aufl., § 16 Rn. 90; Hügel in BeckOK, § 16 Rn. 9; Becker in Bärmann, WEG, 12. Aufl., § 16 Rn. 164 mit Einschränkungen hinsichtlich des - hier nicht verfahrensgegenständlichen - Kostenerstattungsanspruchs des obsiegenden Eigentümers). Diese Grundsätze sind auf sämtliche Fallgestaltungen einer Klage der Wohnungseigentümergemeinschaft im Rahmen der Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums gegen einzelne Wohnungseigentümer übertragbar, da die Interessenlage vergleichbar ist (so auch Becker in Bärmann, WEG, 12. Aufl., § 16 Rn. 171).11Die zitierten Entscheidungen sind insoweit zwar jeweils zur Rechtslage vor der Novelle des WEG ergangen. Insoweit hat sich an der grundlegenden Differenzierung zwischen Binnenstreitigkeiten und Streitigkeiten der Wohnungseigentümergemeinschaft als solche jedoch nichts geändert (vgl. Spielbauer/Then, WEG, 2. Aufl., § 16 Rn. 78; a.A. Jennißen, WEG, 3. Aufl., § 16 Rn. 167).12cc) Entgegen der Meinung der Beklagten folgt auch nichts anderes daraus, dass der Eigentümer der Wohneinheit Nr. 12 zugleich Antragsgegner im Rahmen des seitens der Wohnungseigentümergemeinschaft geführten Beweissicherungsverfahrens ist und sich das Beweissicherungsverfahren damit nicht gegen einen außenstehenden Dritten richtet, sondern gegen ein Mitglied der Wohnungseigentümergemeinschaft.13Insbesondere wird in diesem Fall nicht - eine zum Zeitpunkt der Beschlussfassung noch nicht vorliegende - gerichtliche Kostenentscheidung unterlaufen. Dies würde aber auch dann gelten, wenn die Wohnungseigentümergemeinschaft im Rahmen des Rechtsstreits zur Durchsetzung der Gewährleistungsansprüche unterliegt und sie nach der gerichtlichen Kostenentscheidung die Kosten des Rechtsstreits zu tragen hätte. Durch diesen Ausspruch ist keine Aussage hinsichtlich der Kostenverteilung innerhalb der Wohnungseigentümergemeinschaft getroffen. Insoweit ist zwischen dem Verhältnis der Wohnungseigentümer untereinander (Innenverhältnis) und dem gerichtlichen Verfahren gegen den Wohnungseigentümer als "Dritten? (Außenverhältnis) zu unterscheiden (so auch BayObLG NJW 1993, 603). Soweit Kosten der Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums gemäß § 16 Abs. 2 WEG vorliegen, bestimmt sich der Ausgleich im Innenverhältnis nach dem allgemeinen Kostenverteilungsschlüssel.14Als Mitglied der Wohnungseigentümergemeinschaft ist demnach auch der Bauträger, gegen den sich das Klage- bzw. Beweissicherungsverfahren der Gemeinschaft richtet, gem. § 16 Abs. 2 WEG verpflichtet, sich an den Kosten des Rechtsstreits nach Maßgabe des geltenden Kostenverteilungsschlüssels zu beteiligen.15Dies erscheint im Ergebnis auch nicht unbillig, da auf diese Weise ein Gleichlauf zwischen der Tragung des Kostenrisikos eines Rechtsstreits und der Anteilnahme am materiellen Erfolg des Rechtsstreits entsteht. Schließlich kommt die Beseitigung von Mängeln des gemeinschaftlichen Eigentums auch dem Bauträger selbst in seiner Funktion als Wohnungseigentümer zugute (so auch BayObLG NJW 1993, 603; Engelhardt in MüKo BGB, § 16 Rn. 15).16c) Die Beschlussfassung zu TOP 4 war auch hinsichtlich der Position "Rechtsanwaltskosten o.WE.12" für ungültig zu erklären, da die Verteilung der Rechtsanwaltskosten nicht dem vereinbarten Kostenverteilungsschlüssel entspricht.17Insoweit verfängt zwar nicht bereits die Rüge der Klägerin, dass die Position "Rechtsanwaltskosten? bereits deshalb aufzuheben sei, weil hinsichtlich der beiden durchgeführten Beweissicherungsverfahren keine selbständigen Positionen gebildet wurden. Einzelpositionen dürfen grundsätzlich in der Jahresabrechnung zusammengefasst werden (vgl. LG München I, ZMR 2010, 797). Zur Straffung der Abrechnung genügt eine Aufgliederung nach Kostenarten, die schlagwortartig gekennzeichnet sind; eine Bezugnahme auf bestimmte Belege oder gar eine Aufgliederung nach Buchungsdatum, Gegenstand, Belegnummer und Betrag ist nicht erforderlich (KG, NJW-RR 1996, 526 f.). Soweit die Klagepartei ausführt, es sei auf diese Weise nicht erkennbar, ob in dieser Position Rechtsanwaltskosten bezüglich eines oder beider Beweissicherungsverfahren erfasst sind, so ist sie grundsätzlich gehalten insoweit Belegeinsicht zu nehmen.18Soweit sich die Klagepartei darauf beruft, dass in dieser Position Kosten enthalten wären, welche nicht nach dem vereinbarten Kostenverteilungsschlüssel umgelegt worden seien, ist sie hierfürdarlegungs- und beweispflichtig. Insoweit ist jedoch unstreitig, dass in diese Position Kosten eines oder beider der von der Wohnungseigentümergemeinschaft geführten Beweissicherungsverfahren gegen den Bauträger enthalten sind. Im Ergebnis kann vorliegend offenbleiben, auf welche(s) Beweissicherungsverfahren sich die umgelegten Kosten beziehen, da die Verteilung der entsprechenden Kosten in jedem Falle nicht dem vereinbarten Kostenverteilungsschlüssel entspricht.19Soweit die angegriffene Kostenposition Kosten des Beweissicherungsverfahrens "Bodenplatte" (Az: LG München II, 14 W OH 6565/08) enthält, gilt das unter Ziffer 1 b) Gesagte entsprechend. Soweit Kosten des Beweissicherungsverfahrens 4 OH 5652/05 betroffen sind, gilt im Ergebnis nichts anderes. Insoweit handelt es sich nach Auffassung der Kammer bereits nicht um ausscheidbare Kosten im Sinne von § 12 Abs. 3 GemO. Unstreitig betrifft das Beweissicherungsverfahren 4 OH 5652/05 Mängel des Gemeinschaftseigentums an wenigstens zwei der drei Gebäudekomplexe.20Soweit § 12 Abs. 3 GemO eine Ausnahme vom Kostenverteilungsschlüssel gem. § 12 Abs. 1 GemO für Kosten und Lasten vorsieht, welche ?ausscheidbar und den einzelnen Gebäudeteilen zurechenbar? sind, kann dies nur für solche Kosten gelten, welche eindeutig einem der Gebäudeteile zugeordnet werden können. Dies ist bei den Kosten eines selbständigen Beweisverfahrens, welches Mängel nicht nur eines sondern mehrerer Gebäude betrifft, nicht der Fall. Insoweit ist nach Auffassung der Kammer eine klare und eindeutige Zuordnung der entstandenen Kosten nicht möglich. Insbesondere rechnet der beauftragte Sachverständige seinen Aufwand auf Stundenbasis ab, wobei eine gesonderte Zeiterfassung im Hinblick auf jeden einzelnen Mangel nicht vorgenommen wird, so dass eine eindeutige Ermittlung der auf jeden Mangel entfallenden Kosten nicht möglich ist und hier jedenfalls auch nicht vorgenommen wurde. Insoweit handelt es sich demgemäß nicht um ausscheidbare Kosten, so dass der Kostenverteilungsschlüssel gem. § 12 Abs. 1 GemO zur Anwendung zu bringen wäre. Insoweit gilt daher wiederum, dass auch der Bauträger als Eigentümer der WE 12 an den entstandenen Kosten zu beteiligen ist.21Daher war auch diese Abrechnungsposition für ungültig zu erklären.222. Die Anfechtungsklage hatte auch hinsichtlich des Beschlusses betreffend die Entlastung der Hausverwaltung (TOP 5) Erfolg.23Ein Beschluss, mit dem einem Verwalter Entlastung erteilt wird, steht im Widerspruch zu einer ordnungsmäßigen Verwaltung, wenn Ansprüche gegen den Verwalter erkennbar in Betracht kommen und nicht aus besonderen Gründen Anlass besteht, auf die hiernach möglichen Ansprüche zu verzichten (BGH NJW 2003, 3124). Eine Entlastung ist daher zulässig, wenn Anhaltspunkte für eine Pflichtverletzung des amtierenden Verwalters und für Schadensersatzansprüche gegen diesen fehlen (vgl. Spielbauer/Then, WEG, § 26 Rn. 46).24Ein Beschluss über die Entlastung des Verwalters entspricht insbesondere dann nicht ordnungsgemäßer Verwaltung, wenn die vorgelegte Jahresabrechnung nicht ordnungsgemäß ist (vgl. BGH NJW 2003, 3124; BGH NJW 2010, 2127). Nachdem die Beschlussfassung über die Jahresabrechnung teilweise aufzuheben war, konnte auch der Beschluss bezüglich der Entlastung des Verwalters keinen Bestand haben.253. Das Amtsgericht hat auch zu Recht die Beschlussfassung zu TOP 6 über den Wirtschaftsplan für das Geschäftsjahr 2011 in den Positionen "Gutachter plus Prozesskosten Bodenplatte", "Gutachter und Prozesskosten" sowie "Rechtsanwaltskosten o.WE.12" für ungültig erklärt. Hinsichtlich der Position "Rechtsberatungskosten" war die Anfechtungsklage jedoch zurückzuweisen.26a) Der Wirtschaftsplan war ebenfalls aus den vorgenannten Gründen hinsichtlich der Positionen "Gutachter plus Prozesskosten Bodenplatte", "Gutacher plus Prozesskosten" sowie "Rechtsanwaltskosten o.WE. 12" aufzuheben. Der im Wirtschaftsplan hinsichtlich dieser Positionen angewandte Kostenverteilungsschlüssel entspricht nicht § 12 GemO. Insoweit kann auf die Ausführungen unter Ziffer 1 a) und b) Bezug genommen werden.27b) Hinsichtlich der Anfechtung der Position "Rechtsberatungskosten" hatte die Anfechtungsklage jedoch keinen Erfolg. Insoweit hat die Klagepartei innerhalb der Anfechtungsfrist lediglich vorgetragen, dass ein unzutreffender Kostenverteilungsschlüssel angewandt worden sei. Dies ist vorliegend jedoch nicht erkennbar. Die entsprechende Position des Wirtschaftsplans weist einen Wert von Null aus, so dass insoweit keine voraussichtlichen Ausgaben in den Wirtschaftsplan aufgenommen wurden. Zudem ergibt sich aus dem angegebenen Umlagewert eine Kostenverteilung nach Miteigentumsanteilen auf alle Wohnungseigentümer, was dem Kostenverteilungsschlüssel gem. § 12 Abs. 3 GemO entsprechen würde.III.281. Die Kostenentscheidung beruht auf §§ 97, 92 Abs. 2 Nr. 1 ZPO.292. Die Revision war gemäß § 543 I Nr. 1, II ZPO nicht zuzulassen, da die vorliegende Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat und auch zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichts nicht erforderlich ist. Es ging nur um die Anwendung anerkannter Rechtsgrundsätze auf einen reinen Einzelfall.303. Eine Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit war nicht veranlasst, da ein Rechtsmittel gegen das Urteil nicht mehr gegeben ist. Die Revision wurde nicht zugelassen. Die Nichtzulassungsbeschwerde ist gemäß §§ 62 II, 43 Nr. 4WEG nicht gegeben.314. Die Streitwertfestsetzung beruht auf § 49a GKG. Der Streitwert war hinsichtlich der Anfechtung des Beschlusses zu TOP 4 (Jahresabrechnung) auf das hälftige Gesamtinteresse bezüglich der angefochtenen Abrechnungspositionen "Gutachter plus Prozesskosten Bodenplatte" sowie "Rechtsanwaltskosten o.WE. 12" festzusetzen, was einem Betrag von etwa 2.400,- Euro entspricht. Hinsichtlich der Anfechtung des Beschlusses zu TOP 5 (Verwalterentlastung) hielt die Kammer einen Betrag von 500,- Euro für angemessen. Hinsichtlich des Beschlusses zu TOP 6 war der Streitwert entsprechend des hälftigen Gesamtinteresses bezüglich der streitgegenständlichen Positionen auf 2.250 Euro festzusetzen.

OLG-FRANKFURT-AM-MAIN – Beschluss, 20 W 75/08 vom 04.04.2011

1. Im Verfahren nach § 43 WEG betrifft der Streit von Wohnungseigentümern über das Bestehen von Sondereigentum an einem Gebäudeteil nur eine Vorfrage.2. Bei Bildung von Wohnungseigentum vor (vollständiger) Bauausführung entsteht Sondereigentum mit schrittweiser Herstellung der Raumeinheiten auch dann, wenn die Bauausführung in nicht unwesentlichem Umfang vom durch Wahrung im Grundbuch verbindlich gewordenen Aufteilungsplan abweicht.3. Auch ein Durchgang in einem Hinterhaus, der zum Erreichen des dahintergelegenen in Gemeinschaftseigentum stehenden Gartengeländes benutzt werden muss, steht zwingend im Gemeinschaftseigentum.

LG-DUISBURG – Beschluss, 7 S 10/10 vom 08.06.2010

1. Macht eine Wohnungseigentümergemeinschaft im Prozess gegen den Verwalter geltend, dieser habe zusätzlich zu seinen Verwalterpflichten eine vertragliche Pflicht zur Bauleitung übernommen und verletzt, beseitigt dies nicht die Zuständigkeit des Wohnungseigentumsgerichts.

2. Ein selbständiges Beweisverfahren zwischen Wohnungseigentümergemeinschaft und Verwalter, das bereits vor Inkrafttreten der WEG-Reform anhängig war, hindert nicht die Anwendung des neuen WEG-Rechts auf ein nach Inkrafttreten der WEG-Reform eingeleitetes Klageverfahren, da es nicht Teil des „Verfahrens“ im Sinne der Übergangsvorschrift des § 62 Abs. 1 WEG ist.

3. Die Zuständigkeitskonzentration gemäß § 72 Abs. 2 GVG gilt auch für die Klage gegen einen Streitgenossen, die isoliert betrachtet nicht dem Anwendungsbereich des § 43 WEG unterfallen würde.

4. Wird in einer Streitigkeit nach § 43 WEG die Berufung entgegen § 72 Abs. 2 GVG bei dem allgemein zuständigen Berufungsgericht eingelegt, ist sie grundsätzlich als unzulässig zu verwerfen. Eine Verweisung an das zuständige Berufungsgericht in entsprechender Anwendung des § 281 ZPO kommt nur ausnahmsweise in Betracht, wenn an der Zuordnung der Streitigkeit zu § 43 WEG begründete Zweifel bestehen. Hiergegen spricht, dass bereits in erster Instanz gemäß § 36 ZPO das WEG-Gericht als zuständiges Gericht bestimmt worden ist.

BGH – Beschluss, V ZB 1/06 vom 15.03.2007

a) § 47 WEG regelt nur die Erstattungspflicht im Prozessrechtsverhältnis der beteiligten Parteien, nicht die Kostenverteilung im Innenverhältnis der Eigentümergemeinschaft. Die Kosten eines Verfahrens nach§ 43 WEG dürfen allerdings nur auf diejenigen Wohnungseigentümer umgelegt werden, die sie gemäß § 47 WEG zu tragen haben.

b) § 16 Abs. 5 WEG nimmt Rechtsverfolgungskosten, die aus Binnenstreitigkeiten zwischen den Wohnungseigentümern entstanden sind, von den nach § 16 Abs. 2 WEG umzulegenden Kosten der Verwaltung aus. Die Norm soll verhindern, dass Konflikte innerhalb der Eigentümergemeinschaft auf Kosten aller Wohnungseigentümer ausgetragen werden.

c) Das hat aber nicht zur Folge, dass solche Rechtsverfolgungskosten unter den kostenpflichtigen Wohnungseigentümern gemäß § 426 Abs. 1 Satz 1 BGB nach Kopfteilen aufzuteilen wären. Vielmehr sind sie nach dem in § 16 Abs. 2 WEG zum Ausdruck gekommenen natürlichen Maßstab für den Ausgleich unter Wohnungseigentümern, also nach Miteigentumsanteilen, umzulegen. Dieser Übernahme des Ausgleichsmaßstabs steht § 16 Abs. 5 WEG nicht entgegen.

d) Haben die Wohnungseigentümer in der Gemeinschaftsordnung bestimmt, dass "Verwaltungskosten" nach Eigentumseinheiten umzulegen sind, so gilt dieser Umlegungsmaßstab auch für die Verteilung der Rechtsverfolgungskosten aus Binnenstreitigkeiten.

OLG-ZWEIBRüCKEN – Beschluss, 3 W 63/06 vom 10.05.2006

Haben die Wohnungseigentümer ihren Verfahrensbevollmächtigten noch vor der Entscheidung des Bundesgerichtshofs zur Teilrechtsfähigkeit der Wohnungseigentümergemeinschaft (Beschluss vom 2. Juni 2005 - V ZB 32/05 -) mit der gerichtlichen Geltendmachung rückständiger Hausgelder im Verfahren nach § 43 WEG beauftragt, so steht diesem die Mehrvertretungsgebühr nach § 6 Abs. 1 Satz 2 BRAGO zu; im Falle einer den Wohnungseigentümern günstigen Kostengrundentscheidung ist die angefallene Erhöhungsgebühr dann als Bestandteil der notwendigen Kosten vom Gegner zu erstatten.

OLG-CELLE – Beschluss, 4 W 2/06 vom 13.03.2006

Dem zum Zeitpunkt der Einlegung der (weiteren) sofortigen Beschwerde als Wohnungsverwalter bereits ausgeschiedenen Verfahrensbeteiligten fehlt im Beschlussverfahren nach § 43 WEG die Beschwerdebefugnis i. S. d. §§ 20, 29 Abs. 4 FGG, soweit das Interesse des früheren Verwalters an der Durchführung des Rechtsmittels nur darin bestehen kann, die Abwehr gegen ihn aus seiner früheren Verwaltertätigkeit gegen evtl. herrührender Regressansprüche vorzubereiten.

OLG-STUTTGART – Beschluss, 8 W 589/05 vom 06.02.2006

Die Beteiligung im Ausland wohnender Wohnungseigentümer an einem inländischen Streit in Wohnungseigentumssachen des § 43 WEG ändert den Instanzenzug für das Beschwerdeverfahren vom Amtsgericht zum Landgericht (§ 19 Abs. 2 FGG) nicht. § 119 Abs. 1 Nr. 1b GVG findet keine Anwendung.

OLG-ZWEIBRüCKEN – Beschluss, 3 W 142/05 vom 08.11.2005

1. Zu den Voraussetzungen eines "wichtigen Grundes" i.S.v. § 12 Abs. 2 Satz 1 WEG für die Verweigerung der Zustimmung zur Veräußerung einer Eigentumswohnung.

2. Im Falle der Verpflichtung des Zustimmungsberechtigten zur Abgabe der Zustimmungserklärung im gerichtlichen Verfahren nach § 43 WEG gilt die Erklärung mit Eintritt der Rechtskraft der Entscheidung nach § 894 ZPO als abgegeben.

OLG-ZWEIBRüCKEN – Beschluss, 3 W 112/05 vom 03.05.2005

1. Die Wohnungseigentümer trifft keine Pflicht gegenüber einem säumigen Hausgeldschuldner, zwecks Kostenersparnis dem Zahlungsanspruch im gerichtlichen Verfahren nach § 43 WEG durch den Verwalter als Verfahrensstandschafter geltend machen zu lassen.

2. Beauftragt die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer einen Rechtsanwalt ist im Falle einer ihr günstigen Kostengrundentscheidung die angefallene Mehrvertretungsgebühr nach § 6 BRAGO (jetzt: § 7 RVG i.V.m. Nr. 1008 VV) als Bestandteil der notwendigen Kosten vom Gegner zu erstatten.

OLG-FRANKFURT – Beschluss, 20 W 18/02 vom 11.09.2003

Zur Beschwerdebefugnis des vollmachtlosen Vertreters im Antragsverfahren nach § 43 WEG. Die nachträgliche Genehmigung der Prozessführung ist in der Regel bis zum Abschluss des Rechtsbeschwerdeverfahrens möglich. Grundsätzlich ist eine Zurückweisung eines Antrags wegen des Mangel der Vollmacht erst zulässig, wenn dem Bevollmächtigten zu ihrer Beibringung eine angemessene Frist erfolglos gesetzt worden ist. Der Grundsatz, dass der vollmachtlose Vertreter die Verfahrenskosten grundsätzlich persönlich zu tragen hat, gilt nicht ausnahmslos.

OLG-THUERINGEN – Beschluss, 6 W 149/03 vom 02.06.2003

1. Die in entsprechender Anwendung von § 46 Abs. 1 WEG durch das Landgericht beschlossene Verweisung an das Prozessgericht hat den Charakter einer abschließenden Entscheidung der Sache in der gewählten Verfahrensart der freiwilligen Gerichtsbarkeit (vgl. BayObLG NJW-RR 1990, 1431 ff.; NJW-RR 1996, 334), so dass § 45 Abs. 1 WEG anzuwenden ist.

2. § 17a GVG ist auf das Verhältnis von Prozessgericht und Wohnungseigentumsgericht entsprechend anzuwenden. Rechtfertigen die Unterschiede zwischen den Verfahren der freiwilligen und der streitigen Gerichtsbarkeit, einen Zuständigkeitsstreit wie einen Rechtswegstreit zu behandeln; müssen auch die der Vereinfachung und Beschleunigung dienenden Vorschriften der §§ 17a Abs. 3 bis 5, 17b GVG ergänzend herangezogen werden (BGH NJW 1995, 2851).

3. Ist die Verweisung in einem FGG-Verfahren ausgesprochen worden, ergibt sich der Rechtsmittelzug aus §§ 19 ff. FGG. Dem steht auch die besondere Regel zur weiteren Beschwerde in § 17a Abs. 4 S. 4 bis 6 GVG nicht entgegen. Diese Bestimmung betrifft ersichtlich nicht die Frage, ob gegen die Entscheidung des Landgerichts als Beschwerdegericht im FGG-Verfahren die weitere Beschwerde statthaft ist.

4. § 17a Abs. 5 GVG steht der Zuständigkeitsprüfung im Beschwerdeverfahren nur dann entgegen, wenn das Amtsgericht seine Zuständigkeit bejaht hätte, ohne dass dies von den Beteiligten zuvor gerügt worden wäre.

5. Genügend ist die erstinstanzlich erhobene Zuständigkeitsrüge. Unerheblich ist, dass der Antragsgegner nicht ausdrücklich auf einer Vorabentscheidung bestanden hat.

6. Die Beschränkung der Prüfungskompetenz der Rechtsmittelgerichte gemäß § 17a Abs. 5 GVG rechtfertigt sich daraus, dass die Rechtswegfrage vorab im Beschwerdeverfahren zu prüfen ist. Diese Rechtfertigung fehlt, wenn wie hier das Amtsgericht das durch § 17a Abs. 3 S. 2 GVG vorgegebene Verfahren nicht eingehalten hat.

7. Die Zuständigkeitszuweisung des § 43 WEG ist nach dem vom Gesetzgeber verfolgten Zweck weit auszulegen. Über die sich aus der Wohnungseigentümergemeinschaft ergebenden Rechte und Pflichten der Beteiligten soll möglichst im Wege der freiwilligen Gerichtsbarkeit entschieden werden, weil dieses Verfahren einfacher, freier, elastischer, schneller und damit für Streitigkeiten mit einer häufig großen Zahl von Beteiligten besser geprägt ist als der Zivilprozess (vgl. BGH WM 1991, 418 m.w.N.). Ausschlaggebend für den zulässigen Rechtsweg ist der Umstand, ob das vom Antragsteller in Anspruch genommene Recht in einem inneren Zusammenhang mit einer Angelegenheit steht, die aus dem Gemeinschaftsverhältnis der Wohnungseigentümer erwachsen ist. Dabei ist in erster Linie darauf abzustellen, welches Begehren der Antragsteller zur Entscheidung stellt und aus welchem Rechtsverhältnis er seine Forderung ableitet (vgl. BayObLG WM 1999, 232, 233).

8. Beschließt das Beschwerdegericht die Abgabe des Verfahrens an das Prozessgericht, ist hinsichtlich der bisher entstandenen Verfahrenskosten § 50 WEG entsprechend anzuwenden. Danach bleibt die Entscheidung über die Tragung der bisher entstandenen erstinstanzlichen Kosten dem Prozessgericht überlassen, wogegen über die durch die unzulässige Anrufung des Gerichts für Wohnungseigentumssachen entstandenen Kosten der Erstbeschwerde und der weiteren Beschwerde bereits durch das Rechtsbeschwerdegericht entschieden wird. Unter Berücksichtigung des in § 281 Abs. 3 S. 2 ZPO enthaltenen Rechtsgedanken sind dem Antragsteller die Gerichtskosten des Erst- und des Rechtsbeschwerdeverfahrens aufzuerlegen, § 47 S. 1 WEG. Die Anordnung einer Kostenerstattung (§ 47 S. 2 WEG) für beide Beschwerdeinstanzen ist nicht veranlasst.

9. Die die Zuständigkeit des WEG-Gerichts in Frage stellenden Anträge in den Beschwerdeverfahren betreffen lediglich eine Vorfrage des eigentlichen Zahlungsantrags, deren Wert mit 1/5 des Hauptsachewerts zu bemessen ist.

OLG-BREMEN – Beschluss, 3 W 25/02 vom 09.01.2003

Ob eine der in § 43 WEG aufgeführten Streitigkeiten vorliegt, ist anhand des vom Antragsteller zur Entscheidung gestellten Begehrens zu ermitteln, z.B. nach Auswahl der Verfahrensgegner, der Formulierung des Antrags und seiner Begründung.

KAMMERGERICHT-BERLIN – Beschluss, 2 AR 55/08 vom 11.12.2008



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