JuraForum.de > Urteile > VGH-BADEN-WUERTTEMBERG > Urteil vom 13.07.2004, Aktenzeichen: 5 S 1205/03
| Leitsatz: | 1. Die Großflächigkeit von Einzelhandelsbetrieben im Sinne von § 11 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 BauNVO ist nach wie vor bei einer Verkaufsfläche von ca. 700 m² anzunehmen (wie BVerwG, Urt. v. 22.05.1987 - 4 C 19.85 - NVwZ 1987, 1076 - u. Urt. v. 22.05.1987 - 4 C 30.86 - NVwZ 1987, 969). 2. Zur Verkaufsfläche eines (Lebensmittel-)Einzelhandelsbetriebs zählt auch der Bereich nach der Kassenzone. 3. Überschreitet ein vorhandener, den Zielen der Raumordnung widersprechender Einzelhandelsbetrieb infolge der geplanten Erweiterung die Grenze zur Großflächigkeit im Sinne von § 11 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 BauNVO sowie die Vermutungsgrenze des § 11 Abs. 3 Satz 3 BauNVO, so kann zur Begründung einer - die Regelvermutung widerlegenden - atypischen Fallgestaltung nicht mit Erfolg geltend gemacht werden, dass wegen Beibehaltung des Sortiments(-umfangs) keine Veränderung in den städtebaulichen Auswirkungen eintrete. |
| Rechtsgebiete: | BauNVO |
| Vorschriften: | BauNVO § 4 Abs. 2 Nr. 2, BauNVO § 8 Abs. 2 Nr. 1, BauNVO § 11 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2, BauNVO § 11 Abs. 3 Satz 3, BauNVO § 11 Abs. 3 Satz 4, |
| Stichworte: | Einzelhandelsbetrieb, Discounter, Erweiterung, Großflächigkeit, Schwellenwert, Auswirkungen, Raumordnung, Kongruenzgebot, Vermutungsregel, atypische Fallgestaltung, Bestand, |
| Verfahrensgang: | VG Freiburg 9 K 143/02 vom 11.04.2003 |
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