JuraForum.de > Urteile > VGH-BADEN-WUERTTEMBERG > Urteil vom 09.08.2007, Aktenzeichen: 13 S 2885/06
| Leitsatz: | 1. Die Bestimmung des § 48 LVwVfG ist auf die Rücknahme von Einbürgerungen nur unter den Einschränkungen anwendbar, die sich aus dem Entziehungsverbot des Art. 16 Abs. 1 GG ergeben (im Anschluss an BVerfG, Urteil vom 24.5.2006 - 2 BvR 669/04 -, DVBl. 2006, 910). 2. Auch eine durch Täuschung erwirkte Einbürgerung kann nach § 48 LVwVfG nur dann zurückgenommen werden, wenn die Rücknahme zeitnah zur Einbürgerung erfolgt (im Anschluss an BVerfG, Urteil vom 24.5.2006 - 2 BvR 669/04 -, DVBl. 2006, 910). 3. Der Begriff "zeitnah" bezieht sich auf den von der Einbürgerung bis zu ihrer Rücknahme verstrichenen Zeitraum, nicht auf eine Entschließungsfrist der Behörde ab Kenntniserlangung der rücknahmebegründenden Umstände. |
| Rechtsgebiete: | StAG, LVwVfG |
| Vorschriften: | StAG § 9, LVwVfG § 48, |
| Stichworte: | Rücknahme Einbürgerung, Unverzüglichkeit, |
| Verfahrensgang: | VG Stuttgart 11 K 4702/04 vom 01.08.2006 |
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