JuraForum.de > Urteile > VGH-BADEN-WUERTTEMBERG > Beschluss vom 27.01.2006, Aktenzeichen: 6 S 1860/05
| Leitsatz: | 1. § 146 Abs. 4 Satz 6 VwGO, der in engem systematischem Zusammenhang mit § 146 Abs. 4 Satz 3 VwGO steht, ist einschränkend dahin auszulegen, dass sich die Beschränkung der Prüfungsbefugnis des Beschwerdegerichts nur auf solche Umstände erstreckt, die innerhalb der Beschwerdebegründungsfrist des § 146 Abs. 4 Satz 1 VwGO vorgetragen werden konnten und mussten. 2. Die Anordnung der sofortigen Vollziehung einer Gewerbeuntersagung setzt, über die Prognose der voraussichtlichen Rechtmäßigkeit des angegriffenen Verwaltungsakts hinaus, ein besonderes öffentliches Vollzugsinteresse voraus (std. Rspr. des Senats; vgl. Beschluss vom 25.10.2005 - 6 S 1947/05 - mit Nachw. aus der Rspr. des BVerfG). 3. Einzelfall des (nachträglichen) Wegfalls des besonderen öffentlichen Interesses an der sofortigen Vollziehung einer Gewerbeuntersagung. |
| Rechtsgebiete: | VwGO, GewO |
| Vorschriften: | VwGO § 80 Abs. 5, VwGO § 146 Abs. 4 Satz 3, VwGO § 146 Abs. 4 Satz 6, GewO § 35 Abs. 1, |
| Stichworte: | Darlegungspflicht/-last, Prüfungsumfang, nachträglich eingetretene Umstände, Gewerbeuntersagung, sofortige Vollziehung, besonderes öffentliches Vollzugsinteresse, |
| Verfahrensgang: | VG Sigmaringen 1 K 905/05 vom 19.08.2005 |
| Rechtskraft: | ja |
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