JuraForum.de > Urteile > VGH-BADEN-WUERTTEMBERG > Beschluss vom 09.11.2004, Aktenzeichen: 11 S 2771/03
| Leitsatz: | 1. Die durch Urteil vom 3.8.2004 - 1 C 30.02 - eingeleitete Änderung der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts im Anschluss an die Entscheidung des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften vom 29.4.2004 in den Rechtssachen Orfanopoulos und Oliveri (C-482/01 und C-493/01, DVBl 2004, 876) gebietet es nicht, von der Fristbindung des berücksichtigungsfähigen Vortrags im Berufungszulassungsverfahren nach § 124a Abs. 4 Satz 4 VwGO abzusehen. 2. Die genannte Rechtsprechungsänderung bietet aber für die Ausländerbehörden regelmäßig hinreichenden Anlass zur Wiederaufnahme solcher bestandskräftig abgeschlossener Ausweisungsverfahren, in denen freizügigkeitsberechtigte EU-Bürger aufgrund von Ist- bzw. Regelausweisungen ohne hilfsweise angestellte Ermessenserwägungen ausgewiesen wurden, sofern sich der Ausländer innerhalb angemessener Frist nach Veröffentlichung der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts diesbezüglich an die Ausländerbehörde wendet. |
| Rechtsgebiete: | AuslG, LVwVfG, VwGO |
| Vorschriften: | AuslG § 47 Abs. 1, AuslG § 47 Abs. 2, LVwVfG § 51 Abs. 1 Nr. 1, LVwVfG § 51 Abs. 5, VwGO § 124a Abs. 4 Satz 4, |
| Stichworte: | Änderung der Rechtsprechung, Antragsbegründungsfrist, Berufungszulassungsverfahren, Effizienzgebot, EU-Bürger, Freizügigkeit, Oliveri, Orfanopoulos, Wiederaufgreifen des Verfahrens, |
| Verfahrensgang: | VG Karlsruhe 7 K 777/03 vom 29.10.2003 |
| Rechtskraft: | ja |
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