JuraForum.de > Urteile > VGH-BADEN-WUERTTEMBERG > Beschluss vom 08.05.2009, Aktenzeichen: 11 S 1013/09
| Leitsatz: | 1. Dient eine Durchsuchungsanordnung der Vollstreckung einer Herausgabeverpflichtung im Wege des unmittelbaren Zwangs durch Wegnahme, muss dieses Zwangsmittel gemäß § 20 Abs. 1 LVwVG zuvor grundsätzlich unter Bestimmung einer angemessenen Frist zur Erfüllung der Verpflichtung angedroht werden. 2. Eine Fristsetzung auf "sofort" ist nur angemessen, wenn die sofortige Durchsetzung der Grundverfügung zur Gefahrenabwehr unabweisbar notwendig ist. Der bei Gefahr einer Vollstreckungsvereitelung zulässige Verzicht auf die Anhörung des Vollstreckungsschuldners vor Erlass der Durchsuchungsanordnung lässt als solcher einen Rückschluss auf die besondere Eilbedürftigkeit der Durchsetzung der Grundverfügung nicht zwingend zu (im Anschluss an VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 01.06.2005 - 1 S 499/05 - ESVGH 55, 243). |
| Rechtsgebiete: | AsylVfG, LVwVG |
| Vorschriften: | AsylVfG § 15, LVwVG § 6 Abs. 2 Satz 1, LVwVG § 20 Abs. 1 Satz 2, LVwVG § 21, LVwVG § 28, |
| Stichworte: | Passauflage, Wohnungsdurchsuchung, Zwangsmittel, Unmittelbarer Zwang, Androhung, Fristsetzung, |
| Verfahrensgang: | VG Sigmaringen, 8 K 548/09 vom 06.04.2009 |
| Rechtskraft: | ja |
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