JuraForum.de > Urteile > THUERINGER-OVG > Urteil vom 06.04.2006, Aktenzeichen: 3 KO 237/05
| Leitsatz: | 1. Als Gebietskörperschaft, der Aufgaben der Jugendhilfe als örtlicher Träger übertragen sind, kann der Landkreis nicht zugleich freier gemeinnütziger Träger sein; dies gilt unabhängig von der privatrechtlichen Handlungsform, in der er sich betätigt (hier gGmbH). 2. Die Anerkennung als freier Träger der Jugendhilfe nach § 75 SGB VIII entfaltet eine Bindung in der Form der Tatbestandswirkung nur für den Bereich des SGB VIII. 3. Die bundesrechtlichen Regelungen in §§ 69 ff. SGB VIII zur Trägerstruktur der Jugendhilfe und zur Behördenorganisation bilden einen abschließenden Gestaltungsrahmen, sofern der Landesgesetzgeber auf eine Übertragung von Aufgaben i. S. d. § 69 Abs. 2 SGB VIII verzichtet hat. Durch § 22 Abs. 2 ThürKitaG wird den Gemeinden nur die Wahrnehmung, Kindergartenplätze in der erforderlichen Anzahl bereitzustellen, auferlegt; eine über eine solche Wahrnehmungs-Zuständigkeit hinausgehende Aufgabenverlagerung liegt darin nicht. |
| Rechtsgebiete: | GG, ThürVerf, SGB VIII, ThürKJHAG, ThürKitaG, ThürKO, VwGO |
| Vorschriften: | GG Art. 28 Abs. 2 S. 1, GG Art. 72 Abs. 1, GG Art. 74 Nr. 7, ThürVerf Art. 91, SGB VIII § 2 Abs. 2 Nr. 3, SGB VIII § 3, SGB VIII § 26 S. 1, SGB VIII § 69, SGB VIII § 74, SGB VIII § 74a, SGB VIII § 75 Abs. 1, SGB VIII § 78a, SGB VIII § 90, ThürKJHAG § 6 Abs. 1, ThürKJHAG § 11 Abs. 1, ThürKitaG § 1 Abs. 5 i.d.F.v. 25.07.1991, ThürKitaG § 4 Abs. 1 i.d.F.v. 25.07.1991, ThürKitaG § 4 Abs. 2 i.d.F.v. 25.07.1991, ThürKitaG § 14 Abs. 4 i.d.F.v. 25.07.1991, ThürKitaG § 21 i.d.F.v. 25.07.1991, ThürKitaG § 22 Abs. 2 i.d.F.v. 25.07.1991, ThürKitaG § 25 Abs. 2 i.d.F.v. 25.07.1991, ThürKitaG § 25 Abs. 4 i.d.F.v. 25.07.1991, ThürKitaG § 29 Abs. 3 i.d.F.v. 25.07.1991, ThürKO § 1 Abs. 2, ThürKO § 71 Abs. 1 Nr. 1, ThürKO § 73 Abs. 1 Nr. 3, ThürKO § 86, ThürKO § 87 Abs. 3, ThürKO § 114, VwGO § 113 Abs. 5, VwGO § 124 Abs. 1, VwGO § 124a Abs. 2 S. 1, |
| Stichworte: | Kindergarten, Kindertagesstättenplätze, Sachkostenzuschuss, Wohnsitzgemeinde, Bedarfsplan, kreisangehörige Gemeinde, Aufgabenübertragung, Trägerschaft, kommunaler Träger, freier gemeinnütziger Träger, freier Träger, juristische Person, Freiwilligkeit, Bedarfsplan, Gewinnerzielung, kommunale Eigengesellschaft, Auslegung, Aufgabenwahrnehmung, eigener Wirkungskreis, überörtliche Angelegenheiten, Gebietskörperschaft, öffentliche Fürsorge, konkurrierende Gesetzgebung, Landesrechtsvorbehalt, öffentliche Jugendhilfe, örtliche Trägerschaft, Anerkennung, Tatbestandswirkung, Feststellungswirkung, Bindungswirkung, Finanzierungssystem, Aufgabenübertragung, Antrag, wirtschaftliche Tätigkeit, Handlungsform, gGmbH, Verwaltung im funktionalen Sinn, Gesellschaftsvertrag, |
| Verfahrensgang: | VG Weimar 8 K 1906/02.We vom 14.12.2004 |
| Rechtskraft: | ja |
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