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JuraForum.deUrteileSAECHSISCHES-OVGUrteil vom 10.12.2002, Aktenzeichen: A 2 B 771/02 



SAECHSISCHES-OVG – Aktenzeichen: A 2 B 771/02

Urteil vom 10.12.2002


Leitsatz:1. Der Abfall vom Islam (Apostasie) ist nicht nach kodifiziertem iranischem Strafrecht, jedoch nach islamischem Recht mit Strafe bedroht. Nach der im Iran geübten Rechtspraxis droht jedoch nicht mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit wegen des in Deutschland erfolgten Übertritts zum christlichen Glauben die Gefahr, in asylrelevanter Weise nach religiösem Recht bestraft oder sonst verfolgt zu werden.

2. Das religiöse Existenzminimum eines in Deutschland vom moslemischen zum christlichen Glauben übergetretenen iranischen Staatsangehörigen ist im Falle der Rückkehr in den Iran auch dann gewahrt, wenn der Apostat dort seinen neuen christlichen Glauben ausüben und nicht verleugnen will.
Rechtsgebiete:AuslG
Vorschriften:AuslG § 51 Abs. 1,
Stichworte:Asylrecht, Iran, Nachfluchtgründe, Apostasie,
Verfahrensgang:VG Chemnitz A 7 K 30152/97 vom 11.10.2000

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