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JuraForum.deUrteileOberverwaltungsgericht BrandenburgUrteil vom 23.11.2004, Aktenzeichen: 2 A 269/04 

OVG-BRANDENBURG – Aktenzeichen: 2 A 269/04

Urteil vom 23.11.2004


Leitsatz:1. Die am 1. Februar 2004 in Kraft getretene Neuregelung des § 2 Abs. 1 Satz 3 KAG i. d. F. des Zweiten Gesetz zur Entlastung der Kommunen von Pflichtigen Aufgaben, nach der in Satzungen über die Erhebung von Straßenbaubeiträgen anstelle des Beitragssatzes der Gemeindeanteil am veranschlagten Beitragsaufkommen angegeben werden kann, hat wegen fehlender Rückwirkung keine Geltungen für Satzungen, soweit diese sich wegen der endgültigen Herstellung bzw. Beendigung der beitragspflichtigen Ausbaumaßnahme (§ 8 Abs. 2 Satz 1 KAG) vor dem 1. Februar 2004 Rückwirkung beilegen müssen und damit durch rückwirkende Inkraftsetzung auf Zeiträume vor dem 1. Februar 2004 einwirken.

2. Zu den maßgeblichen Merkmalen eines amtlichen Bekanntmachungsblatts i.S. § 1 Abs. 2 BekanntmV, nach denen es - ungeachtet der für ein amtliches Bekanntmachungsblatt nach § 4 BekanntmV (sonst) zu beachtenden Voraussetzungen - von periodischen Druckwerken i.S. des § 1 Abs. 3 Satz 1 BekanntmV abzugrenzen ist, gehört seine Funktion als spezielles Verlautbarungsorgan der Gemeinde für ihre amtlichen Bekanntmachungen (insbesondere zur Veröffentlichung von Ortsrecht) sowie die Verantwortlichkeit der Gemeinde für den Inhalt und das Erscheinen (Herausgeberschaft) des Publikationsorgans jedenfalls für den amtlichen Teil.
Rechtsgebiete:KAG Bbg, GO Bbg, BekanntmV 2000, BekanntmV 1994
Vorschriften:§ 2 Abs. 1 Satz 1 KAG Bbg, § 2 Abs. 1 Satz 2 KAG Bbg, § 2 Abs. 1 Satz 3 KAG Bbg, § 8 Abs. 1 KAG Bbg, § 8 Abs. 4 Satz 9 KAG Bbg, § 8 Abs. 7 Satz 1 KAG Bbg, § 5 Abs. 3 GO Bbg, § 49 Abs. 2 Nr. 5 GO Bbg, § 49 Abs. 4 GO Bbg, § 1 Abs. 2 Nr. 2 BekanntmV 2000, § 1 Abs. 3 Satz 1 BekanntmV 2000, § 4 BekanntmV 2000, § 1 Abs. 2 Satz 2 BekanntmV 1994, § 4 Nr. 2 BekanntmV 1994
Stichworte:Zur Berücksichtigung rückwirkender satzungsrechtlicher Rechtsänderungen, die nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichtes im Berufungsverfahren eingetreten sind, zur endgültigen Herstellung der Anlage, Abnahme der Baumaßnahme als regelmäßig maßgeblicher Zeitpunkt, beanstandungsgfreie Inbetriebnahme als maßgeblich, wenn Abnahme vertraglich nicht vorgesehen, zur Angabe des Beitragssatzes in Straßenausbaubeitragssatzungen, Rechtssicherheit und Rechtsklarheit gebieten, dass der Gesetzgeber hinreichend klar ersichtlich macht, zu welchem Zeitpunkt ein Gesetz in Kraft treten soll, insbesondere, ob es mit Rückwirkung in Kraft treten soll, authentische Interpretation durch den Gesetzgeber, Erkennbarkeit einer Rückwirkungsanordnung, zur Bekanntmachung von Satzungen: amtliches Bekanntmachungsblatt (Definition und Abgrenzung zum periodischen Druckwerk nach § 1 Abs. 3 Satz 1 BekanntmV), essentiale eines Amtsblattes, freiheit des Normgebers, bei den Anforderungen an die Form der Bekanntmachung von Satzungsrecht großzügig zu sein, solange er sich im verfassungsrechtlichen Rahmen hält
Verfahrensgang:VG Frankfurt (Oder) 8 K 1399/00 vom 23.04.2004

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Weitere Entscheidungen vom OVG-BRANDENBURG

OVG-BRANDENBURG – Beschluss, 4 B 317/04 vom 12.11.2004

1. Im Hinblick auf eine auf einem Friedhof geplante Versammlung bedarf es eines versammlungsrechtlichen Verbots von vornherein nicht bzw. besteht dafür ggf. auch kein Raum, wenn und soweit dafür eine friedhofsrechtliche Ausnahmegenehmigung erforderlich ist (wie Beschluss des Senats vom 14. November 2003 - 4 B 365/03 - Halbe 2003).

2. Mit der auf den Inhalt der erwarteten Meinungsäußerungen abstellenden Begründung, eine Versammlung stelle ein massives Hervorrufen der Erinnung an Aufmärsche der Nationalsozialisten und deswegen eine unmittelbare Gefährdung der öffentlichen Ordnung i.S.v. § 15 Abs. 1 VersG dar, darf eine Versammlung mit Rücksicht auf das Grundrecht der Meinungsfreiheit (Art. 5 Abs. 1 GG) grundsätzlich nicht verboten werden (wie zuletzt BVerfG vom 23. Juni 2004 - 1 BvQ 19/04 - DVBl. 2004, 1230).

3. Etwaigen Verunreinigungen von öffentlichen Wegen und Plätzen, die als Folge einer Versammlung zu befürchten sind, kann mit Blick auf Art. 8 Abs. 1 GG nicht durch Beschränkungen der Versammlung selbst begegnet werden (hier: Aufstellen von Toilettenhäuschen/Verbot der Mitnahme von Kränzen).

OVG-BRANDENBURG – Beschluss, 4 A 637/03.Z vom 08.11.2004

Die staatliche Anerkennung von Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen ist zu widerrufen, wenn die Beratungsstellen - ggf. auf Weisung ihres Trägers - nicht mehr bereit sind, Beratungsbescheinigungen nach § 7 SchKG auszustellen.

OVG-BRANDENBURG – Urteil, 3 A 471/01 vom 08.11.2004

1. Die Verkaufsflächen-Obergrenze für Einzelhandelsbetriebe der wohnungsnahen Versorgung liegt auch unter Berücksichtigung der veränderten Verhältnisse im Einzelhandelsbereich weiterhin nicht wesentlich über 700 m2 (im Anschluss an die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts).

2. Zur "Verkaufsfläche" zählen grundsätzlich alle Flächen, die nicht Lager, sondern dazu bestimmt sind, Kunden sich dort mit dem Ziel aufhalten zu lassen, Verkaufsabschlüsse zu fördern.

3. Bei der Bestimmung der für das Merkmal der "Großflächigkeit" relevanten Verkaufsfläche sind die Verkaufsflächen benachbarter, bautechnisch selbständiger Einzelhandelsbetriebe unter bestimmten Voraussetzungen unter dem Gesichtspunkt der Funktionseinheit zusammenzurechnen. Dabei muss erstens das bauliche Merkmal einer für den Kunden erkennbaren wechselseitigen Nutzung betrieblicher Kapazitäten, etwa eines äußerlich einheitlichen Gebäudes und eines gemeinsamen Parkplatzes mit einer einzigen Zufahrt, erfüllt sein. Zweitens muss das betriebliche Merkmal eines gemeinsamen Nutzungskonzepts vorliegen, aufgrund dessen die Betriebe wechselseitig voneinander profitieren und das die Betriebe nicht als Konkurrenten, sondern als gemeinschaftlich verbundene Teilnehmer am Wettbewerb erscheinen lässt. Letzteres ist anzunehmen, wenn sich die Sortimente in der Weise ergänzen, dass sie auf eine konkrete identische Zielgruppe hin orientiert und auf unterschiedliche Aspekte eines bestimmten Bedarfs - z.B. an Waren der täglichen Versorgung - abgestimmt sind.
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