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JuraForum.deUrteileOVG-BRANDENBURGUrteil vom 17.09.2003, Aktenzeichen: 8 D 35/01.G 

OVG-BRANDENBURG – Aktenzeichen: 8 D 35/01.G

Urteil vom 17.09.2003


Leitsatz:1. Auch die Durchsetzung eines durch Gesetz bestimmten Nationalparks (hier: Nationalpark Unteres Odertal) ist ein Unternehmen, für das unter den Voraussetzungen des § 87 Abs. 1 Satz 1 FlurbG eine Unternehmensflurbereinigung durchgeführt werden kann.

2. Die Zulässigkeit der Enteignung ländlicher Grundstücke in großem Umfang als Voraussetzung für die Einleitung einer Unternehmensflurbereinigung muss unabhängig davon gegeben sein, ob es in dem Verfahren der Flurbereinigung zu einem Landabzug kommen oder eine volle Landabfindung möglich sein wird. Erforderlich ist insoweit allerdings nicht eine grundstücksbezogene Prüfung der Enteignungsvoraussetzungen, sondern eine Zulässigkeit der Enteignung dem Grunde nach.

3. Auch wenn es nicht zu einem Landabzug kommen wird, kann die Unternehmensflurbereinigung dazu dienen, den durch das Unternehmen eingetretenen Landverlust auf einen größeren Kreis von Eigentümern zu verteilen. Das Verfahren kann deshalb auch dann eingeleitet werden, wenn dem Unternehmensträger an anderer Stelle ausreichend Ersatzflächen zur Verfügung stehen.

4. Das Einvernehmen mit der landwirtschaftlichen Berufsvertretung über das Ausmaß der Verteilung des Landverlustes im Sinne des § 87 Abs. 1 Satz 2 FlurbG braucht nicht schon bei Einleitung der Unternehmensflurbereinigung vorzuliegen.
Rechtsgebiete:GG, FlurbG, VwGO, BbgNatSchG, EntGBbg, NatPUOG
Vorschriften:GG Art. 14 Abs. 1, GG Art. 14 Abs. 3, FlurbG § 1, FlurbG § 4, FlurbG § 5 Abs. 1, FlurbG § 7, FlurbG § 37, FlurbG § 86 Abs. 1, FlurbG §§ 87 ff., FlurbG § 91, VwGO § 42, BbgNatSchG § 70, EntGBbg § 4 Abs. 2, NatPUOG § 1, NatPUOG § 3, NatPUOG § 4 Abs. 1, NatPUOG § 4 Abs. 3, NatPUOG § 4 Abs. 4,
Stichworte:Flurbereinigungsrecht, Unternehmensflurbereinigung, Einleitungsvoraussetzungen, Zulässigkeit der Enteignung zur Realisierung eines Nationalparks, Naturschutz als Zweck der Unternehmensflurbereinigung, Inanspruchnahme von ländlichen Grundstücken in großem Umfang, Bemühen um einen freihändigen Erwerb der betroffenen Flächen, Einvernehmen mit der landwirtschaftlichen Berufsvertretung, Wahl der richtigen Verfahrensart,

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