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JuraForum.deUrteileThüringer OberlandesgerichtVerkündungsdatum03 / 2001 

Thüringer Oberlandesgericht

Entscheidungen 03 / 2001



Insgesamt sind 8 Entscheidungen vorhanden, angezeigt werden die Entscheidungen 5 bis 8:


OLG-THUERINGEN – Urteil, 7 U 913/00 vom 14.03.2001

Rechtsgebiete:GesO, BGB
Schlagworte:GmbH-Geschäftsführer, Arbeitnehmereigenschaft
Leitsatz:1. Der Geschäftsführer einer GmbH ist auch dann, wenn er keine wesentliche Beteiligung an der Gesellschaft besitzt, regelmäßig nicht als Arbeitnehmer anzusehen.

2. Auch im Insolvenzrecht kommt dem Geschäftsführer nur dann ausnahmsweise eine Arbeitnehmerstellung zu, wenn er als echter Fremdgeschäftsführer durch ein soziales Abhängigkeitsverhältnis zur GmbH geprägt und dadurch schutzwürdig ist, wobei nicht die Organstellung, sondern die Frage nach der Weisungsgebundenheit das entscheidende Argument ist, was sich anhand der Prüfkriterien des BAG (BAG, ZIP 1992, 1497) bemisst.

3. Darauf, dass sich der Geschäftsführer im Innenverhältnis über die durch Geschäftsführervertrag bestimmten Regelungen hinaus tatsächlich etwa stärker den Weisungen seines Mitgesellschafters unterworfen hat, kann sich der Geschäftsführer hierbei nicht berufen.
Volltext: OLG-THUERINGEN - Urteil, 7 U 913/00



OLG-THUERINGEN – Beschluss, 2 WF 301/00 vom 12.03.2001

Rechtsgebiete:BGB
Schlagworte:Einbenennung
Leitsatz:Zu den erforderlichen Umständen einer Zustimmungsersetzung eines Elternteils zur Namesänderung des Kindes.
Volltext: OLG-THUERINGEN - Beschluss, 2 WF 301/00

OLG-THUERINGEN – Beschluss, 6 W 819/00 vom 09.03.2001

Rechtsgebiete:ZVG, ZPO
Schlagworte:Teilungsversteigerung, Antragsrecht, Pfändung
Leitsatz:Rechtliche Grundlage: ZVG § 180; ZPO §§ 829, 857

Der Miteigentümer eines Grundstücks, dessen Anspruch auf Aufhebung der Gemeinschaft und Teilung und Auskehrung des Erlöses gepfändet wurde, ist hinsichtlich der Teilungsversteigerung des Grundstücks ohne Zustimmung des Pfändungspfandrechtsgläubigers antragsberechtigt.

Thüringer Oberlandesgericht, 6. Zivilsenat, Beschluss vom 09.03.2001 6 W 819/00
Volltext: OLG-THUERINGEN - Beschluss, 6 W 819/00

OLG-THUERINGEN – Beschluss, 6 W 88/01 vom 05.03.2001

Rechtsgebiete:BGB, GBO
Schlagworte:Ehegattengrundstück, Prüfungspficht
Leitsatz:Rechtliche Grundlage: BGB §§ 1364, 1365, 1368; GBO §§ 71, 20

1. §§ 1368,1365 BGB berechtigen einen im Güterstand der Zugewinngemeinschaft lebenden Ehegatten zur GB-Beschwerde mit dem Ziel, den Amtswiderspruch zu Gunsten beider Ehegatten in Bezug auf eine ohne seine Zustimmung erfolgte Eintragung einzutragen (vgl. BayObLGZ 1987, 431, 433). Soweit er die GB-Unrichtigkeit auf andere Gründe stützt, ist mangels eines GB-Berichtigungsanspruchs dieser Ehegatte nicht beschwerdebefugt.

2. Hat ein Ehegatte über ein ihm gehörendes Grundstück verfügt, prüft das GBA ,ob ein Rechtsgeschäft vorliegt, das der Zustimmung des anderen Ehegatten nach § 1365 Abs. 1 BGB bedarf. Da gem. § 1364 BGB ein im gesetzlichen Güterstand verheirateter Mensch uneingeschränkt über sein Vermögen verfügen kann, liegt die Annahme nahe, dass das GBA den Genehmigungsfall des § 1365 Abs. 1 BGB nur dann bejahen darf, wenn ihm positiv bekannt ist, dass nach der Eigentumsumschreibung der Veräußerer kein nennenswertes Vermögen mehr hat.

3. Es bleibt offen, ob das GBA den Eintragungsantrag bereits dann nach § 18 GBO beanstanden bzw. zurückweisen darf, wenn bestimmte, konkrete Tatsachen Anlass zur Vermutung geben, ein Fall des § 1365 Abs. 1 BGB liege vor (OLG Celle OLGR Celle 1999, 265). Da derartige Tatsachen bei Veräußerung eines Einzelgegenstandes es nahe legen müssen, dass die verkaufte Sache das ganze oder nahezu das ganze Vermögen des Ehegatten bildet und dass der Vertragspartner das weiß oder zumindest aber die Verhältnisse kennt, aus denen sich dies ergibt, genügt es keinesfalls, wenn der nicht veräußernde Ehegatte dem GBA gegenüber vor Eigentumsumschreibung ohne weiteren Tatsachenvortrag lediglich die Gesetzesformulierung in § 1365 Abs. 1 BGB vorgetragen hat.

Thüringer Oberlandesgericht, 6. Zivilsenat, Beschluss vom 05.03.2001 6 W 88/01
Volltext: OLG-THUERINGEN - Beschluss, 6 W 88/01


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