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JuraForum.deUrteileOLG-THUERINGENBeschluss vom 26.06.2006, Aktenzeichen: 9 Verg 2/06 

OLG-THUERINGEN – Aktenzeichen: 9 Verg 2/06

Beschluss vom 26.06.2006


Leitsatz:1. Der Wettbewerbsgrundsatz verpflichtet den Auftraggeber, vor Festlegung der Ausschreibungsbedingungen sich einen möglichst breiten Überblick über die in Betracht kommenden technischen Lösungen ("Verfahren" i.S.d. § 9 Nr. 5 Abs. 1 VOB/A) zu verschaffen und einzelne Lösungswege nicht von vornherein auszublenden. Da die Vergabestelle den ihr hierbei eingeräumten Beurteilungsspielraum auszuschöpfen hat, hat sie zu prüfen und positiv festzustellen, warum eine durch die technischen Vorgaben des Leistungsverzeichnisses (auch nur inzident) ausgeschlossene Lösungsvariante zur Verwirklichung des Beschaffungszwecks nicht geeignet erscheint.

2. Die zur Wahrnehmung und Ausschöpfung des in § 9 Nr. 5 Abs. 1 VOB/A eröffneten Entscheidungsspielsraums erforderlichen Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse sind in den Vergabeakten zu dokumentieren (§ 30 Nr. 1 VOB/A).
Rechtsgebiete:VOB/A
Vorschriften:VOB/A § 9 Nr. 5 Abs. 1, VOB/A § 30 Nr. 1,
Stichworte:Zum Gebot verfahrensneutraler Ausschreibung i.S.d. § 9 Nr. 5 Abs. 1 VOB/A 26.06.2006 9 Verg 2/06,
Verfahrensgang:VK des Freistaats Thüringen 360-4002.20-013/06-WE-S vom 26.04.2006

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