JuraForum.de > Urteile > OLG-STUTTGART > Urteil vom 28.04.2008, Aktenzeichen: 5 U 6/08
| Leitsatz: | 1. Der Grundsatz der aktienrechtlichen Kapitalerhaltung steht wegen Vorrangs des Verbraucherschutzes Schadensersatzansprüchen von Aktionären gegenüber der AG nicht entgegen, wenn diese mit unzutreffenden Angaben zum Aktienerwerb bewegt worden sind. 2. Wird Anlegern gegenüber mit einer - aktienrechtlich unzulässigen - Kündigungsmöglichkeit des Aktienerwerbs geworben und hat die Gesellschaft die Absicht, ggf. nur die Veräußerung der Aktien an Dritte zu vermitteln, was bei negativer wirtschaftlicher Entwicklung mangels Nachfrage gar nicht möglich ist, so haftet sie aus § 826 BGB auf Rückzahlung des Anlagekapitals. 3. Die Verjährungsfrist für derartige Schadensersatzansprüche beträgt gem. § 852 Abs. 2 BGB 10 Jahre. |
| Rechtsgebiete: | EGBGB, AktG, BGB |
| Vorschriften: | EGBGB Art. 40, EGBGB Art. 41, AktG § 57, BGB § 826, BGB § 852, |
| Verfahrensgang: | LG Stuttgart, 12 O 360/06 vom 27.11.2007 |
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