JuraForum.de > Urteile > OLG-STUTTGART > Urteil vom 03.03.2000, Aktenzeichen: 2 U 212/99
| Leitsatz: | Unzulässiger Zusatz zur Widerrufsbelehrung beim Haustürgeschäft HTWG § 2 I 3; RL 85/577 EWG Artikel 4 II 2 lit a, 5; UWG §§ 1, 13 II Nr.3 Eine Widerrufsbelehrung nach § 2 HTWG, die die Angabe, dass der Lauf der Widerrufsfrist nach Aushändigung der Vertragsurkunde beginnt, mit dem Zusatz versieht: "nicht jedoch bevor die auf Abschluss des Vertrags gerichtet Willenserklärung vom Auftraggeber abgegeben wurde", verstößt wegen dieses Zusatzes gegen § 213 HTWG und setzt deshalb die Widerrufsfrist nicht in Lauf. Denn der Zusatz ist überflüssig und geeignet, einen juristisch nicht vorgebildeten Durchschnitssverbraucher zu verwirren, wenn seine Vertragserklärung bei Aushändigung der Urkunde schon abgegeben war. Eine Aushändigung der Belehrung vor Abgabe der Vertragserklärung des Kunden verstößt gegen Art. 4 II 2 lit a RL 85/577 EWG und damit auch gegen § 2 I HTWG. Die Verwendung einer Widerrufsbelehrung mit dem gegen § 2 I 3 HTWG verstoßenden Zusatz ist nach § 1 UWG wettbewerbswidrig und berührt auch wesentliche Belange der Verbraucher im Sinne von § 13 II Nr. 3 UWG. |
| Rechtsgebiete: | HTWG, RL 85/577 EWG, UWG |
| Vorschriften: | HTWG § 2 I 3, RL 85/577 EWG Artikel 4 II 2 lit a, RL 85/577 EWG Artikel 5, UWG § 1, UWG § 13 II Nr. 3, |
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