JuraForum.de > Urteile > OLG-ROSTOCK > Urteil vom 09.03.2007, Aktenzeichen: 8 U 49/06
| Leitsatz: | 1. Die Niederlegung eines vollständigen Urteils fast sechs Monate nach Verkündung stellt einen wesentlichen Verfahrensmangel im Sinne des § 513 Abs. 1 ZPO dar (vgl. BGH, Urteil vom 19.05.2004, Az.: XII ZR 270/02, NJW-RR 2004, 1439). 2. Die Ursächlichkeit einer solchen Rechtsverletzung ist auch für ein erstinstanzliches Urteil gemäß § 547 Nr. 6 ZPO unwiderleglich zu vermuten, weil diese Vorschrift im Berufungsrecht anwendbar ist (entgegen Kammergericht Berlin, Urteil vom 17.10.2005, Az.: 12 U 173/02, OLGR-NL 2006, 185-186; Beschluss vom 10.07.2006, Az.: 12 U 217/05, JURIS). 3. Auch ein Rechtsfehler im Sinne der §§ 546, 547 ZPO zwingt das Berufungsgericht nicht zu einer Aufhebung und Zurückverweisung des Urteils. Vielmehr ist das Gericht berechtigt, in der Sache selbst die notwendigen Beweise zu erheben und zu entscheiden (§ 538 Abs. 1 ZPO). |
| Rechtsgebiete: | ZPO |
| Vorschriften: | ZPO § 513 Abs. 1, ZPO § 546, ZPO § 547, ZPO § 547 Nr. 6, |
| Verfahrensgang: | LG Stralsund 6 O 158/05 vom 30.11.2005 |
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