OLG-OLDENBURG – Aktenzeichen: Ss 440/08

Urteil vom 15.12.2008


Leitsatz:Die Begründung für die Unerlässlichkeit einer kurzen Freiheitsstrafe (§ 47 Abs. 1 StGB) kann umso knapper ausfallen, je deutlicher die Vorstrafen, das Vortatverhalten und eine ungünstige Prognose des Angeklagten dafür sprechen, dass eine Geldstrafe nicht mehr ausreicht.

Auch bei geringem Tatunrecht - hier: bloße Selbstgefährdung durch Besitz einer minimalen Menge Heroin - verstößt eine kurze Freiheitsstrafe nicht gegen das Übermaßverbot, wenn mit weiteren erheblichen Beschaffungsdelikten des hartdrogenabhängigen und nicht therapiewilligen Angeklagten zu rechnen ist.
Rechtsgebiete:StGB
Vorschriften:§ 47 Abs. 1 StGB
Stichworte:Strafzumessung, Unerlässlichkeit, Freiheitsstrafe, kurze
Verfahrensgang:LG Oldenburg, 12 Ns 80/08 vom 22.08.2008

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