JuraForum.de > Urteile > OLG-NUERNBERG > Beschluss vom 25.04.2005, Aktenzeichen: 7 WF 350/05
| Leitsatz: | 1. Führen mehrere nach Art. 19 Abs. 1 EGBGB mögliche Abstammungsstatute zu unterschiedlichen Ergebnissen, entscheidet das Günstigkeitsprinzip (vgl. BayObLG FamRZ 02, 686). Kommt in einem derartigen Fall eine Vaterschaftsfeststellung nur nach einem ausländischen Recht unter Anwendung des Art. 19 Abs. 1 Satz 2 EGBGB in Betracht, ist eine Rück- oder Weiterverweisung der fremden Rechtsordnung nach Art. 4 Abs. 1 Satz 1 letzter Halbsatz nicht zu beachten, da dies dem Sinn des Art. 19 Abs. 1 Satz 2 EGBGB widersprechen würde. 2. Eine Anfechtung der Vaterschaft durch den gesetzlichen Vertreter des Kindes kann im Einzelfall auch dann dessen Wohl dienen, wenn nicht damit zu rechnen ist, dass der wahre Vater ermittelt und dessen Vaterschaft festgestellt werden kann. |
| Rechtsgebiete: | EGBGB, BGB |
| Vorschriften: | EGBGB Art. 4 Abs. 1 Satz 1, EGBGB Art. 19 Abs. 1 Satz 3, BGB § 1600 a Abs. 4, |
| Verfahrensgang: | AG Nürnberg 111 F 488/05 vom 01.03.2005 |
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