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JuraForum.deUrteileOLG-NAUMBURGUrteil vom 27.02.2008, Aktenzeichen: 6 U 71/07 

OLG-NAUMBURG – Aktenzeichen: 6 U 71/07

Urteil vom 27.02.2008


Leitsatz:1. Wer entgegen § 21a Abs. 1 Satz 1 StVO den Sicherheitsgurt nicht anlegt, den trifft grundsätzlich ein Mitverschulden gem. § 254 Abs. 1 BGB (BGH - VI ZR 213/79 - und VI ZR 59/97).

2. Bei schweren Frontalkollisionen mit hohen Geschwindigkeiten ist die Ursächlichkeit der erlittenen Unfallverletzungen jedoch nicht zu vermuten (vgl. auch OLG Karlsruhe - 13 U 205/77), wenn der Verletzte den Sicherheitsgurt nicht angelegt hatte, sondern in den Airbag geprallt ist.

3. Vielmehr muss der Schädiger beweisen, dass dieselben Verletzungen (im konkreten Fall: hintere Hüftluxation mit Acetabulumfraktur) bei Anlegen des Sicherheitsgurts nicht eingetreten wären.
Rechtsgebiete:StVO, BGB
Vorschriften:StVO § 21a Abs. 1 Satz 1, BGB § 254 Abs. 1,
Verfahrensgang:LG Magdeburg, 11 O 1059/06 vom 09.05.2007

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