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JuraForum.deUrteileOLG-NAUMBURGUrteil vom 22.11.2006, Aktenzeichen: 6 U 79/06 

OLG-NAUMBURG – Aktenzeichen: 6 U 79/06

Urteil vom 22.11.2006


Leitsatz:1. § 8 Nr. 3 Abs. 1 VOB/B kommt über den Wortlaut hinaus die Bedeutung einer Generalklausel für den Fall grober Vertragsverletzung zu (Anschluss an BGH, Urt. v. 23.05.1996 - VII ZR 140/95, BauR 1996, 704 und v. 12.02.2003 - X ZR 62/01, BauR 2003, 880). Danach kann der Auftraggeber den Vertrag kündigen, wenn das vertragliche Vertrauensverhältnis durch den Auftragnehmer so grob gestört wurde, dass dem Auftraggeber die Fortsetzung des Vertrages nicht mehr zugemutet werden kann.

2. Ein solcher Kündigungsgrund liegt in der Erklärung des Auftragnehmers, mit der Aufnahme der Produktion bestellter Küchenmöbel für ein Studentenwohnheim erst unter der Bedingung zu beginnen, dass der Auftraggeber die wegen vorangegangener Verzögerungen gestellte Ankündigung der Geltendmachung von Vertragsstrafe und Verzugsschadensersatz zurücknimmt.
Rechtsgebiete:VOB/B
Vorschriften:VOB/B § 8 Nr. 3 Abs. 1,
Verfahrensgang:LG Halle 9 O 205/04 vom 30.03.2006

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