JuraForum.de > Urteile > OLG-NAUMBURG > Urteil vom 22.01.2002, Aktenzeichen: 1 U (Kart) 2/01
| Leitsatz: | 1. Ein ungewöhnliches Wagnis i. S. v. § 9 Nr. 2 VOB/A liegt nicht vor, wenn der Auftragnehmer die Möglichkeit hat, das einem Auftrag immanente, nicht zu vermeidende Wagnis in wirtschaftlicher Hinsicht abzusichern. 2. Die Munitionsberäumung eines ehemaligen militärischen Truppenübungsplatzes ist typischer Weise dadurch gekennzeichnet, dass der Aufwand zur Abarbeitung des Auftrages vorab nicht hinreichend sicher zu ermitteln ist. Die Erstellung einer Leistungsbeschreibung für den Auftrag auf der Grundlage der "Hochrechnung" der Ergebnisse der Beräumung eines repräsentativen Testfeldes ist nicht als fehlerhaft i. S. v. § 9 VOB/A anzusehen. 3. Dies gilt auch dann, wenn der Auftraggeber im Leistungsverzeichnis nicht die Anzahl der Arbeitsstunden, sondern die Zahl bzw. das Gewicht der Fundstücke zur Grundlage der Berechnung der Vergütung erhebt. |
| Rechtsgebiete: | VOB/A, BGB, GWB, ZPO |
| Vorschriften: | VOB/A § 9, VOB/A § 9 Nr. 2, VOB/B § 18 Nr. 2, VOB/B § 2 Nr. 3 Abs. 3, BGB § 812 Abs. 1, BGB § 823 Abs. 2, BGB § 812 Abs. 1 Satz 1, 1. Altern., GWB § 20, GWB § 33, GWB § 20 Abs. 1, GWB § 20 Abs. 3, GWB § 19 Abs. 4 Nr. 2, ZPO § 543, ZPO § 711, ZPO § 97 Abs. 1, ZPO § 708 Nr. 10, ZPO § 543 Abs. 2, |
| Verfahrensgang: | LG Magdeburg 6 O 3591/98 |
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