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JuraForum.deUrteileOLG-NAUMBURGUrteil vom 12.07.2005, Aktenzeichen: 1 U 8/05 



OLG-NAUMBURG – Aktenzeichen: 1 U 8/05

Urteil vom 12.07.2005


Leitsatz:1. Ein Steuerberater, der einen Mandanten in Fragen gesellschaftsrechtlicher Gestaltung berät (hier: Rat zur Übernahme der Notgeschäftsführung durch einen Angestellten einer GmbH), verstößt gegen Art. 1 § 1 Satz 1 RBerG, weil diese Rechtsberatung nicht zum Wirkungskreis eines Steuerberaters i.S.v. Art. 1 § 5 Nr. 2 RBerG gehört. Für Vermögensschäden, die im Rahmen einer unerlaubten Rechtsberatung auf Grund eines Beratungsfehlers entstehen, haftet der Berater nach § 823 Abs. 2 BGB i.V.m. Art. 1 § 1 RBerG.

2. Wer unerlaubt Rechtsrat erteilt, muss sich mindestens an dem Verschuldensmaßstab messen lassen, der für zugelassene Rechtsanwälte gilt, und darf nicht privilegiert werden, weil er die fachlichen Voraussetzungen für eine Rechtsberatung nicht besitzt.
Rechtsgebiete:RBerG, BGB, ZPO, StBerG
Vorschriften:RBerG § 1, RBerG § 1 Satz 1, RBerG § 5 Nr. 2, BGB § 249, BGB § 276, BGB § 280, BGB § 675, BGB § 823 Abs. 2, ZPO § 313 a Abs. 1 Satz 1, ZPO § 540 Abs. 2, StBerG § 2,
Verfahrensgang:LG Dessau 6 O 777/04 vom 21.01.2005

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