JuraForum.de > Urteile > OLG-NAUMBURG > Urteil vom 07.03.2002, Aktenzeichen: 2 U 74/01
| Leitsatz: | 1. § 87 Abs. 1 HGB ist nicht abdingbar, wenn der Handelsvertreter auf Basis einer Provision entlohnt werden soll; nur wenn eine grundsätzlich andere Form der Vergütung vereinbart wird ist § 87 Abs. 1 HGB unanwendbar. 2. Durch den Handelsvertretervertrag kann im Anwendungsbereich des § 87 Abs. 1 HGB nur die Berechnung der Provision geregelt werden, nicht aber - wie sich aus § 87 a Abs. 3, 4 u. 5 HGB ergibt - die Frage, unter welchen Umständen der Provisionsanspruch entsteht. 3. Die Provisionspflicht gegenüber dem Vermittler (§ 87 Abs. 1 HGB), aber auch gegenüber dem Bezirks- oder Gebietsleiter (§87 Abs. 2 HGB) umfasst alle Abschlüsse, die in der Vertragszeit getätigt oder vorbereitet wurden. Unerheblich ist der Zeitpunkt der Ausführung der Geschäfte. |
| Rechtsgebiete: | HGB, BGB, ZPO |
| Vorschriften: | HGB § 84, HGB § 87 a, HGB §§ 86 ff., HGB §§ 87 ff, HGB § 87 Abs. 1, HGB § 87 Abs. 2, HGB § 87 a Abs. 4, HGB § 87 Abs. 5, HGB § 87 Abs. 1 S. 1, HGB § 87 Abs. 2 S. 1, HGB § 87 Abs. 2 S. 2, HGB § 87 b Abs. 2 S. 1, BGB § 649, BGB § 675, BGB § 670, BGB § 242, BGB § 284 Abs. 1, BGB § 288 Abs. 1 a.F., BGB § 812 Abs. 1 S. 2 Alt. 1, ZPO § 711, ZPO § 108, ZPO § 92 Abs. 1, ZPO § 536 a. F., ZPO § 708 Nr. 10, ZPO § 281 Abs. 3 S. 2, |
| Verfahrensgang: | LG Dessau 8 O 2216/98 vom 30.04.2001 |
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