JuraForum.de > Urteile > OLG-NAUMBURG > Beschluss vom 23.01.2004, Aktenzeichen: 1 AGH 20/03
| Leitsatz: | 1. Die Rechtsanwaltskammer muss, bevor sie die Zulassung eines Anwalts zur Rechtsanwaltschaft wegen Nichtunterhaltens der Berufshaftpflichtversicherung (§ 14 Abs. 2 Nr. 9 BRAO) widerruft, nicht die einmonatige Nachhaftungsfrist gemäß § 158 c Abs. 2 S. 2 VVG abwarten. 2. Der Widerrufsgrund des § 14 Abs. 2 Nr. 9 BRAO ist erfüllt, wenn die Berufshaftpflichtversicherung des Anwalts nicht mehr besteht. Ob den vorläufigen Insolvenzverwalter, der für den Anwalt bestellt worden ist, ein Verschuldensvorwurf trifft, weil er eine Weiterzahlung der Haftpflichtversicherungsprämie abgelehnt hat, unterliegt hingegen nicht der Prüfungskompetenz der Rechtsanwaltskammer. 3. Der Widerrufsgrund des § 14 Abs. 2 Nr. 9 BRAO ist nicht im Nachhinein zweifelsfrei wieder entfallen, wenn der Anwalt und das Versicherungsunternehmen darüber streiten, ob eine neue Berufshaftplichtversicherung wirksam begründet worden ist oder nicht. |
| Rechtsgebiete: | BRAO, InsO, VVG |
| Vorschriften: | BRAO § 14 Abs. 1 Nr. 9, BRAO § 14 Abs. 2 Nr. 7, BRAO § 14 Abs. 2 Nr. 9, BRAO § 16 Abs. 6 S. 2, BRAO § 51, BRAO § 51 Abs. 1 S. 1, InsO § 21 Abs. 1, InsO § 21 Abs. 2 Nr. 1, InsO § 21 Abs. 2 Nr. 2, 2. Alt., InsO § 22 Abs. 1 S. 2, InsO § 22 Abs. 1 S. 2 Nr. 2, VVG § 158 c, VVG § 158 c Abs. 2, VVG § 158 c Abs. 2 S. 1, VVG § 158 c Abs. 2 S. 2, |
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