JuraForum.de > Urteile > OLG-MUENCHEN > Urteil vom 20.06.2002, Aktenzeichen: 1 U 3930/96
| Leitsatz: | 1. Sofern die Behandlungsseite, die für einen groben (schadensgeeigneten) Behandlungsfehler einstehen muss, eine Vorschädigung des Patienten behauptet, muss sie diese und deren Umfang beweisen. 2. Als Ausgleich für durch einen groben Behandlungsfehler verursachte schwerste körperliche und geistige Geburtsschäden ist ein Schmerzensgeld von 350.000 Euro angemessen. 3. Soweit in Folge des Behandlungsfehlers die Empfindungs- und Erlebnisfähigkeit des Geschädigten eingeschränkt ist, führt dies nicht per se zu einer Kürzung des Schmerzensgeldes. Vielmehr ist die Einbuße der Persönlichkeit schon für sich ein auszugleichender immaterieller Schaden. |
| Rechtsgebiete: | BGB, ZPO, EGZPO |
| Vorschriften: | BGB § 278, ZPO § 91, ZPO § 92, ZPO § 92 Abs. 2, ZPO § 97, ZPO § 100, ZPO § 269 Abs. 3, ZPO § 708 Ziffer 10, ZPO § 711, EGZPO § 26 Ziffer 8 n.F., |
| Verfahrensgang: | LG Traunstein 3 O 896/92 vom 29.05.1996 |
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