OLG-KOBLENZ – Aktenzeichen: 6 U 81/08

Urteil vom 24.04.2008


Leitsatz:1. Bestehen objektive Anhaltspunkte dafür, dass ein 9jähriges Kind durch seinen Vater sexuell missbraucht wird, dann greifen die Großeltern des Kindes nicht in rechtswidriger Weise in das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Eltern ein, wenn sie gegenüber der Mutter und anderen engen Familienangehörigen ihren Verdacht äußern, um den vermuteten Missbrauch aufzuklären und/oder seiner Wiederholung entgegenzuwirken.

2. Enge Familienangehörige in diesem Sinne sind jedenfalls dann auch die weiteren Großeltern des Kindes, wenn objektive Anhaltspunkte für die Annahme bestehen, dass die Mutter des Kindes von dem Missbrauch Kenntnis hat und ihn deckt.

3. Eine Mitteilung des Verdachtes an einen familienfremden Dritten ist auch unter den vorbezeichneten Umständen nicht als Wahrnehmung berechtigter Interessen gerechtfertigt, wenn die Äußerung weder in einem formalisierten gerichtlichen oder behördlichen Verfahren (insbesondere einem Ermittlungs- oder Gerichtsverfahren) getätigt wird, noch gegenüber Bediensteten einer Behörde oder Einrichtung, der die Sorge für das Wohl von Kindern besonders anvertraut ist, noch in einer in ihrer besonderen Vertraulichkeit gesetzlich geschützten Beziehung wie derjenigen des Mandanten zum Rechtsanwalt.
Rechtsgebiete:BGB, ZPO
Vorschriften:§ BGB, § 1004 BGB, § 890 Abs. 2 ZPO
Verfahrensgang:LG Koblenz, 5 O 535/07 vom 13.12.2007

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