JuraForum.de > Urteile > OLG-KOBLENZ > Urteil vom 18.01.2006, Aktenzeichen: 1 U 1082/04
| Leitsatz: | 1. Zu den Voraussetzungen, unter denen ein einer GmbH vor Eintritt der Krise gewährtes Gesellschafterdarlehen durch Stehenlassen nach Eintritt der Krise der Gesellschaft eigenkapitalersetzenden Charakter erhält. 2. Für ein die Umqualifizierung von Fremdkapital in Eigenkapital auslösendes Stehenlassen eines Gesellschafterdarlehens ist eine ausdrückliche oder konkludente Finanzierungsabrede nicht erforderlich. Auch die ohne rechtsgeschäftliche Verbindlichkeit belassene Gesellschafterleistung kann eigenkapitalersetzenden Charakter erhalten, wenn der Gesellschafter in Kenntnis der Krise der Gesellschaft zwar das Darlehen zurückfordert, aber diese Forderung weder zwangsweise durchsetzt noch nach einer angemessenen Überlegungsfrist die Liquidation der Gesellschaft einleitet. |
| Rechtsgebiete: | InsO, GmbHG, BGB |
| Vorschriften: | InsO § 143 Abs. 1 S. 1, InsO § 133 Abs. 2, InsO § 129, InsO § 138, InsO § 133 Abs. 2 Satz 1, InsO § 140, InsO § 35, InsO § 36, InsO § 131, InsO § 135 Abs. 2 Satz 1, InsO § 133 Abs. 2 Satz 2, GmbHG § 30 Abs. 1, GmbHG § 64 Abs. 1 Satz 1, GmbHG § 30 Abs. 1, BGB § 166 Abs. 1, BGB § 291, BGB § 286 Abs. 2, BGB § 291, |
| Verfahrensgang: | LG Bad Kreuznach 5 O 45/02 vom 29.07.2004 |
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