JuraForum.de > Urteile > OLG-KOBLENZ > Beschluss vom 09.09.2004, Aktenzeichen: 10 U 51/04
| Leitsatz: | Von einer Sittenwidrigkeit eines Bürgschaftsvertrages wegen krasser Überforderung eines Familienmitglieds kann nicht ausgegangen werden, wenn Kreditvertrag und Bürgschaftsvertrag nicht in einem engen zeitlichen Zusammenhang abgeschlossen oder gar die Gewährung des Kredits an den Abschluss des Bürgschaftsvertrages geknüpft wird und der Kreditvertrag zum Zeitpunkt des Abschlusses des Bürgschaftsvertrages längst bewilligt und ausgezahlt war (in Anknüpfung an BGH Urt. v. 16.1.1997 - IX ZR 250/95 - ZIP 1997, 446; Urt. V. 18.12.1997 - IX ZR 271/96 - NJW 1998, 597, 598 = ZIP 1998, 196, 197; BGHZ 125, 206, 210 f. = NJW 1994, 1278; BGHZ 128, 230, 232, 234 = NJW 1995, 592; BGHZ 132, 328, 330 = NJW 1996, 2088; BGH Urt. V. 18.1.1996 - IX ZR 171/95 - ZIP 1996, 495 = NJW 1996, 1274; vgl. auch Senatsurteile vom 21. Juni 2002 - 10 U 1116/01 und vom 7. April 2000 - 10 U 753/98)). Der Bürge kann sich nicht darauf berufen, aus reiner emotionaler Verbundenheit zum Vater eine Bürgschaftserklärung abgegeben zu haben, wenn er Mitgesellschafter und Mitgeschäftsführer der GmbH (Hauptschuldnerin) war und er über das wirtschaftliche Interesse an der Aufrechterhaltung des Unternehmens auch als Mitgeschäftsführer die Geschicke des Unternehmens in der Hand hatte. |
| Rechtsgebiete: | BGB |
| Vorschriften: | BGB § 765, BGB a.F. 138, |
| Verfahrensgang: | LG Koblenz 3 O 371/03 |
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