JuraForum.de > Urteile > OLG-KARLSRUHE > Urteil vom 12.10.2005, Aktenzeichen: 7 U 132/04
| Leitsatz: | 1. Ein Arzt schuldete dem Patienten vertraglich wie deliktisch die im Verkehr erforderliche Sorgfalt, die sich nach dem medizinischen Standard des jeweiligen Fachgebiets bestimmt. Die aus dem Behandlungsvertrag folgenden Sorgfaltsanforderungen und die dem Arzt deliktisch obliegenden Sorgfaltspflichten sind deshalb identisch. 2. Für eine Vereinbarung, die die Behandlungsaufgabe des Arztes über den medizinischen Standard seines Fachgebiets hinaus erweitert, ist der Patient darlegungs- und beweispflichtig. 3. Auch für den vertraglichen Schadensersatzanspruch muss der Patient den Eintritt des ersten Verletzungserfolgs nach Maßgabe des § 286 ZPO beweisen, Beweiserleichterungen gemäß § 287 ZPO kommen ihm nicht zu Hilfe, § 282 BGB ist im Bereich der Arzthaftung nur ausnahmsweise anwendbar. |
| Rechtsgebiete: | BGB |
| Vorschriften: | BGB § 823 Abs. 1, BGB § 847 a.F., |
| Verfahrensgang: | LG Karlsruhe 3 O 106/03 vom 13.02.2004 |
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