JuraForum.de > Urteile > OLG-HAMM > Urteil vom 21.12.2005, Aktenzeichen: 11 UF 218/05
| Leitsatz: | 1.) Auch wenn ein Elternteil mit dem Eintritt der Volljährigkeit des Kindes diesem gegenüber nunmehr barunterhaltspflichtig wird, kann das Kind entsprechend dem Rechtsgedanken des § 1607 II 1 BGB allein vom anderen Elternteil seinen nach dessen Einkommen berechneten Unterhalt fordern, wenn der eine Elternteil tatsächlich nicht leistungsfähig ist. Dabei muss sich das Kind auf etwaige fiktiv zuzurechnende Einkünfte des nicht leistungsfähigen Elternteils nicht verweisen lassen. Dem anderen Elternteil bleibt es unbenommen, Regress zu nehmen. 2.) Das Unterhalt verlangende volljährige Kind trifft in der Regel in der Zeit zwischen Abitur und Studienbeginn keine Erwerbsobliegenheit. 3.) Eine bewusst falsche Strafanzeige gestützt auf den Vorwurf der Nötigung im Straßenverkehr kann zu einer Verwirkung des Unterhaltsanspruch um 2/3 führen. |
| Rechtsgebiete: | BGB, BSHG |
| Vorschriften: | BGB § 362, BGB §§ 1601 ff, BGB § 1603 II 2, BGB § 1607 II 1, BGB § 1610 II, BGB § 1611, BGB § 1611 I, BGB § 1611 I 1, BGB § 1612b III, BSHG § 91 I, |
| Verfahrensgang: | AG Bottrop 19a F 229/04 vom 02.08.2005 |
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