JuraForum.de > Urteile > OLG-DRESDEN > Urteil vom 19.04.2000, Aktenzeichen: 6 U 3690/99
| Leitsatz: | Leitsatz: 1. Die auf der Basis einer gemeindlichen Satzung auf die Anlieger übertragene Räum- und Streupflicht wandelt sich zu einer aus dem Eigentum an dem Grundstück fließenden Verkehrspflicht, die eine Haftung nach § 823 BGB begründen kann. 2. Durch die gemeindliche Satzung können die verpflichteten Anlieger nicht zu qualitativ und zeitlich weitergehenden Räum- und Streumaßnahmen verpflichtet werden, als diese hoheitlich kraft Gesetzes (hier: § 51 SächsStrG) der übertragenden Gemeinde obliegen. Bei der Bestimmung der der Gemeinde obliegenden Streu- und Räumpflicht und der Zumutbarkeit von Maßnahmen ist die Möglichkeit zur Heranziehung der Anlieger zu berücksichtigen. 3. Überträgt der Anlieger wiederum die auf ihn durch Satzung übertragene Räum-und Streupflicht durch Vertrag auf Dritte, kommt es für die Frage der Zumutbarkeit einzelner Räum- und Streumaßnahmen im Einzelfall auf die Person des Anliegers an. Urt. v. 19.04.2000, Az.: 6 U 3690/99, rechtskräftig |
| Rechtsgebiete: | BGB, SächsStrG, ZPO, GKG |
| Vorschriften: | BGB § 823, BGB § 823 Abs. 1, BGB § 823 Abs. 2, BGB § 31, BGB § 847, BGB § 254 Abs. 1, SächsStrG § 51, SächsStrG § 10 Abs. 1 Satz 1, SächStrG § 51 Abs. 3, ZPO § 287, ZPO § 543 Abs. 1, ZPO § 256 Abs. 1, ZPO § 97 Abs. 1, ZPO § 546 Abs. 2, ZPO § 708 Nr. 10, ZPO § 711, ZPO § 108, ZPO § 546 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1, ZPO § 3, GKG § 14 Abs. 1, |
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