OLG-CELLE – Aktenzeichen: 3 U 14/06

Urteil vom 31.05.2006


Leitsatz:Das Mitglied einer Scheinsozietät haftet nicht für Vertragsverletzungen aus einem Treuhandvertrag, wenn der vom sachbearbeitenden Rechtsanwalt übernommene Treuhandauftrag keine anwaltstypische Tätigkeit darstellt.

Eine anwaltstypische Tätigkeit liegt dann nicht vor, wenn es dem Mandanten bei Abschluss des Treuhandvertrages ersichtlich nur auf die reine Vermögensbetreuung ankam und mit dem Treuhandvertrag keine rechtsberatenden Tätigkeiten verbunden sind bzw. diese derartig in den Hintergrund treten, dass ihnen keine eigenständige Bedeutung zukommt.
Rechtsgebiete:BGB, HGB
Vorschriften:§ 31 BGB, § 675 BGB, § 128 HGB
Stichworte:Rechtsanwaltshaftung, Treuhandvertrag, Scheinsozietät, Einzelmandat
Verfahrensgang:LG Lüneburg 3 O 185/05 vom 30.11.2005

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