JuraForum.de > Urteile > LAG-DUESSELDORF > Urteil vom 30.10.2007, Aktenzeichen: 3 Sa 1388/07
| Leitsatz: | 1. Die in § 101 II 3 ArbGG eröffnete Möglichkeit der einzelvertraglichen Vereinbarung einer Schiedsklausel ist nur für solche Arbeitsverhältnisse zulässig, die nach dem konkreten Inhalt der ausgeübten Tätigkeit einer Berufsgruppe zuzuordnen sind, für die nach § 101 II 1 ArbGG bei Tarifbindung der Vorrang der Schiedsgerichtsbarkeit wirksam geregelt werden kann (vgl. BAG v. 06.08.1997 - 7 AZR 156/96, AP Nr. 5 zu § 101 ArbGG 1979). 2. Nehmen die Parteien im Arbeitsvertrag mit einem Maskenbildner den NV-Bühne in Bezug und vereinbaren zugleich gem. § 1 III NV-Bühne, dass überwiegend künstlerische Tätigkeit erbracht wird, so bedarf es im Regelfall zur Feststellung der wirksamen Inbezugnahme des Tarifvertrages i.S.v. § 101 II 3 ArbGG einer weiteren Aufklärung des Umfangs der künstlerischen Zeitanteile nicht. 3. Mit der Regelung in § 1 III S. 2 NV-Bühne haben die Tarifvertragsparteien Maskenbildner nicht in einer ihre Befugnis aus Art. 9 III GG überschreitenden Weise dem staatlichen Justizgewährleistungsanspruch entzogen. |
| Rechtsgebiete: | ArbGG, NV Bühne v. 15.10.2002, GG |
| Vorschriften: | ArbGG § 101 Abs. 2, NV Bühne v. 15.10.2002 § 1 Abs. 3, NV Bühne v. 15.10.2002 § 1 Abs. 3 S. 3, GG Art. 9 Abs. 3, |
| Stichworte: | Wirksamkeit einer einzelvertraglich vereinbarten Schiedsklausel, |
| Verfahrensgang: | ArbG Wuppertal 7 Ca 1206/07 vom 19.06.2007 |
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