JuraForum.de > Urteile > LAG-DUESSELDORF > Urteil vom 16.04.2008, Aktenzeichen: 2 Sa 1/08
| Leitsatz: | 1. § 2 Abs. 4 AGG ist nicht europarechtswidrig. Der Diskriminierungsschutz kann im geltenden nationalen Recht durch eine europarechtskonforme Auslegung des Kündigungsschutzgesetzes erreicht werden (anders wohl Aufforderungsschreiben der EG-Kommission vom 31.01.2008 - 2007/23620 K (2008) 0103 -). 2. Das in Art. 2 Abs. 1 RL 2000/78/EG enthaltene europarechtliche Verbot der Altersdiskriminierung steht der Verwendung einer Punktetabelle zur Sozialauswahl (vgl. § 1 Abs. 3 Satz 1 KSchG), die eine lineare Berücksichtigung des Lebensalters vorsieht, nicht im Wege, wenn sie durch legitime Ziele gerechtfertigt ist (vgl. Art. 6 Abs. 1 RL 2000/78/EG). 3. Einer Einzelfallprüfung im Hinblick auf die individuellen Chancen auf dem Arbeitsmarkt bedarf es auch nach Inkrafttreten des AGG nicht. Die Anforderungen des Art. 6 Abs. 1 RL 2000/78/EG sind auch bei einer typisierten Betrachtungsweise, wie sie einem Punkteschema eigen ist, erfüllt (im Anschluss an BAG 19.06.2007 - 2 AZR 304/06 - EzA § 1 KSchG Interessenausgleich Nr. 13; BAG 06.09.2007 - 2 AZR 387/06 - EzA § 1 KSchG Soziale Auswahl Nr. 78). |
| Rechtsgebiete: | RL 2000/78/EG, KschG, AGG |
| Vorschriften: | RL 2000/78/EG Art. 2 Abs. 1, RL 2000/78/EG Art. 6 Abs. 1, KschG § 1 Abs. 3, AGG § 2 Abs. 4, |
| Stichworte: | Soziale Auswahl, Altersdiskriminierung, Punkteschema, lineare Berücksichtigung des Lebensalters, |
| Verfahrensgang: | ArbG Wesel, 5 Ca 2891/06 vom 15.02.2007 |
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