JuraForum.de > Urteile > KAMMERGERICHT-BERLIN > Urteil vom 11.12.2008, Aktenzeichen: 23 U 115/08
| Leitsatz: | 1. Hat das Insolvenzgericht gemäß § 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 InsO angeordnet, dass ein Vermieter die im Besitz des Schuldners befindliche Mietsache nicht einziehen darf und diese zur Fortführung des Unternehmens des Schuldners eingesetzt werden kann, steht dem Vermieter in den ersten drei Monaten nach der Anordnung kein Nutzungsentgelt ("Zinsen") im Sinne von § 169 Satz 2 InsO zu. 2. Für eine analoge Anwendung des § 55 Abs. 2 Satz 2 InsO ist wegen des abschließenden Charakters der §§ 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5, 169 Satz 2 InsO kein Raum. 3. Die Bestimmungen der §§ 21 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5, 169 Satz 2 InsO enthalten eine zulässige Regelung von Inhalt und Schranken des Eigentums bei der Gebrauchsüberlassung an Dritte (Art. 14 Abs. 1 Satz 2 GG). 4. Der Anspruch des Vermieters auf Zahlung der Miete nach § 535 Abs. 2 BGB ist ebenso wie sein Anspruch auf Entschädigung nach § 546a Abs. 1 BGB eine Insolvenzforderung gemäß § 87 InsO. |
| Rechtsgebiete: | GG, BGB, InsO |
| Vorschriften: | GG Art. 14 Abs. 1 S. 2, BGB § 535 Abs. 2, BGB § 546a Abs. 1, InsO § 21 Abs. 2 S. 1 Nr. 5, InsO § 55 Abs. 2 S. 2, InsO § 87, InsO § 169 S. 2, |
| Verfahrensgang: | LG Berlin, 14 O 475/07 vom 28.04.2008 |
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