JuraForum.de > Urteile > HESSISCHER-VGH > Beschluss vom 15.11.2002, Aktenzeichen: 9 TG 2990/02
| Leitsatz: | Auch nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Reform des Kindschaftsrechts (KindRG) vom 16. Dezember 1997 (BGBl. I, S. 2842) kann ein von seiner deutschen Ehegattin getrennt lebender und zur Ausübung der Personensorge mitberechtigter ausländischer Staatsangehöriger bezogen auf ein gemeinsames und bei der Mutter lebendes Kind aus §§ 23 Abs. 1 Nr. 3, 17 Abs. 1 Ausländergesetz nur dann ein eigenständiges Aufenthaltsrecht ableiten, wenn sich die Vater-Kind-Beziehung als eine über die Begegnungsgemeinschaft hinausgehende Erziehungs- und Betreuungsgemeinschaft darstellt. Bei der im Einzelfall vorzunehmenden Bewertung der familiären Beziehungen verbietet sich jedoch mit Blick auf das mit vorstehender Gesetzesänderung zum Ausdruck gebrachte gesetzgeberische Leitbild und die daran anknüpfende Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (Beschluss vom 30. Januar 2002 - 2 BvR 231/00 -, NVwZ 2002, S. 849 ff.) eine rein schematische Abgrenzung ausschließlich nach quantitativen Gesichtspunkten, d. h. ein bloßes Abstellen etwa auf Häufigkeit und Dauer von Besuchskontakten. |
| Rechtsgebiete: | GG, Ausländergesetz, BGB |
| Vorschriften: | GG Art. 6 Abs. 1, GG Art. 6 Abs. 2, AuslG § 23 Abs. 1 Nr. 3, AuslG § 17 Abs. 1, BGB § 1626 Abs. 1, BGB § 1626 Abs. 3, BGB § 1671 Abs. 1, BGB § 1684 Abs. 1, |
| Stichworte: | Aufenthaltserlaubnis, Begegnungsgemeinschaft, Erziehungs- und Betreuungsgemeinschaft, familiäre Lebensgemeinschaft, Kind, Personensorge, Vater, |
| Verfahrensgang: | VG Frankfurt am Main 1 G 2785/02(V) |
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