JuraForum.de > Urteile > BVERWG > Urteil vom 23.11.2006, Aktenzeichen: BVerwG 3 C 30.05
| Leitsatz: | Die Aufnahme des Tierschutzes als Staatsziel in Art. 20a GG schließt es nicht aus, einem muslimischen Metzger eine Ausnahmegenehmigung nach § 4a Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 TierSchG zum betäubungslosen Schlachten (Schächten) von Rindern und Schafen zu erteilen, um seine Kunden entsprechend ihrer Glaubensüberzeugung mit Fleisch zu versorgen. Auf der Grundlage von § 4a Abs. 2 Nr. 2 TierSchG ist der erforderliche Ausgleich zwischen dem zur Staatszielbestimmung erhobenen Tierschutz und den betroffenen Grundrechten weiterhin so herzustellen, dass beide Wirkung entfalten können. |
| Rechtsgebiete: | GG, TierSchG |
| Vorschriften: | GG Art. 2, GG Art. 4, GG Art. 20a, TierSchG § 1, TierSchG § 4a, |
| Stichworte: | Staatszielbestimmung, Tierschutz, Schächten, betäubungsloses Schlachten, Religionsgemeinschaft, zwingende Vorschriften einer Religionsgemeinschaft, Ausnahmegenehmigung für betäubungsloses Schlachten, Islam, Muslime und Schächtgebot, |
| Verfahrensgang: | VG Gießen VG 10 E 141/02 vom 09.12.2002 VGH Kassel VGH 11 UE 317/03 vom 24.11.2004 |
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