JuraForum.de > Urteile > BVERFG > Urteil vom 22.11.2006, Aktenzeichen: 1 BvR 538/06
| Leitsatz: | 1. Durchsuchungen und Beschlagnahmen in einem Ermittlungsverfahren gegen Presseangehörige sind verfassungsrechtlich unzulässig, wenn sie ausschließlich oder vorwiegend dem Zweck dienen, die Person des Informanten zu ermitteln (Bestätigung von BVerfGE 20, 162 <191 f., 217>). 2. Die bloße Veröffentlichung eines Dienstgeheimnisses im Sinne des § 353 b StGB durch einen Journalisten reicht im Hinblick auf Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG nicht aus, um einen den strafprozessualen Ermächtigungen zur Durchsuchung und Beschlagnahme genügenden Verdacht der Beihilfe des Journalisten zum Geheimnisverrat zu begründen. 3. Zur Gewährleistung effektiven Rechtsschutzes gegenüber Beschlagnahmen redaktionellen Materials. |
| Rechtsgebiete: | GG |
| Vorschriften: | GG Art. 5 Abs. 1 Satz 2, GG Art. 19 Abs. 4, |
| Verfahrensgang: | LG Potsdam 24 Qs 165/05 vom 27.01.2006 LG Potsdam 24 Qs 187/05 vom 24.02.2006 AG Potsdam 78 Gs 738/05 vom 31.08.2005 AG Potsdam 78 Gs 909/05 vom 14.11.2005 |
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