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JuraForum.deUrteileBGHUrteil vom 30.03.2006, Aktenzeichen: VII ZR 44/05 



BGH – Aktenzeichen: VII ZR 44/05

Urteil vom 30.03.2006


Leitsatz:a) Ein Verstoß gegen § 12 Nr. 1 Satz 1 VOB/A steht der Geltendmachung der Vertragsstrafe nach den Grundsätzen von Treu und Glauben nur entgegen, wenn der Auftragnehmer das Verhalten des Auftraggebers bei Abgabe des Angebots als widersprüchlich werten durfte und er in seinem schutzwürdigen Vertrauen darauf, dass der Auftraggeber sich an die Regelung des § 12 Nr. 1 Satz 1 VOB/A halten werde, enttäuscht worden ist.

b) Allein der Umstand, dass eine Vertragsstrafe vereinbart worden ist, ohne dass die Voraussetzungen des § 12 Nr. 1 Satz 1 VOB/A objektiv vorlagen, rechtfertigt es nicht, der vereinbarten Vertragsstrafe ihre Wirkung zu nehmen.

c) Es ist Sache des Auftragnehmers, die Voraussetzungen vorzutragen, die es rechtfertigen, die Durchsetzung der Vertragsstrafe im Einzelfall an Treu und Glauben scheitern zu lassen.
Rechtsgebiete:VOB/A, BGB
Vorschriften:VOB/A § 12 Nr. 1 Satz 1, BGB § 242 Cd,
Verfahrensgang:LG Frankfurt (Oder) 14 O 422/03 vom 04.06.2004
OLG Brandenburg 12 U 106/04 vom 13.01.2005

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