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JuraForum.deUrteileBGHUrteil vom 22.07.2002, Aktenzeichen: II ZR 90/01 



BGH – Aktenzeichen: II ZR 90/01

Urteil vom 22.07.2002


Leitsatz:a) Übernimmt ein neu zugelassener Arzt in einer Gemeinschaftspraxis eine vakant gewordene Vertragsarztstelle, so kollidiert im Falle seines freiwilligen Ausscheidens aus der Praxis das durch Art. 12 Abs. 1 GG geschützte Interesse der verbleibenden Ärzte, die Gemeinschaftspraxis in dem bisherigen Umfang fortzuführen, mit dem Grundrecht des ausscheidenden Arztes auf Berufsfreiheit. Der auftretende Konflikt ist nach dem Grundsatz der praktischen Konkordanz zu lösen.

b) Eine gesellschaftsvertragliche Regelung, die dem neu eingetretenen Vertragsarzt für den Fall, daß er freiwillig aus der Gemeinschaftspraxis ausscheidet, die Pflicht auferlegt, auf seine Zulassung als Kassenarzt zu verzichten, verstößt jedenfalls dann nicht gegen § 138 Abs. 1 BGB i.V.m. Art. 12 Abs. 1 GG, wenn der Ausscheidende wegen der relativ kurzen Zeit seiner Mitarbeit die Gemeinschaftspraxis noch nicht entscheidend mitprägen konnte.
Rechtsgebiete:GG, BGB, SGB V
Vorschriften:GG Art. 12 Abs. 1, BGB § 138 Bb Abs. 1, BGB § 705, SGB V § 103 Abs. 6,
Verfahrensgang:OLG Stuttgart vom 21.02.2001
LG Stuttgart

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