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JuraForum.deUrteileBGHUrteil vom 19.11.2008, Aktenzeichen: XII ZR 129/06 



BGH – Aktenzeichen: XII ZR 129/06

Urteil vom 19.11.2008


Leitsatz:a) Ein vom Unterhaltsberechtigten bezogenes Arbeitslosengeld II ist nicht bedarfsdeckend und lässt den Unterhaltsanspruch als subsidiäre Sozialleistung nicht entfallen.

b) Bezieht der Unterhaltspflichtige Krankengeld, sind davon bereits im Rahmen der Bedarfsbemessung grundsätzlich weder pauschale berufsbedingte Kosten noch ein Erwerbstätigenbonus abzusetzen.

c) Im Rahmen der Leistungsfähigkeit entspricht der dem Unterhaltspflichtigen zu belassende Selbstbehalt in solchen Fällen dem Selbstbehalt eines Nichterwerbstätigen. Gegenüber dem Anspruch auf Ehegattenunterhalt muss ihm aber grundsätzlich ein Selbstbehalt verbleiben, der den notwendigen Selbstbehalt gegenüber einem Unterhaltsanspruch minderjähriger Kinder (§ 1603 Abs. 2 BGB) übersteigt und zwischen diesem und dem angemessenen Selbstbehalt (§ 1603 Abs. 1 BGB) liegt. Das gilt auch gegenüber einem Anspruch auf Betreuungsunterhalt.
Rechtsgebiete:BGB, SGB II, SGB V
Vorschriften:BGB § 1581, BGB § 1603, SGB II § 7, SGB II § 33, SGB V § 47,
Verfahrensgang:OLG Karlsruhe, 5 UF 210/05 vom 10.03.2006
AG Freiburg, 45 F 102/05 vom 30.06.2005

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