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JuraForum.deUrteileBGHUrteil vom 14.05.2007, Aktenzeichen: II ZR 48/06 



BGH – Aktenzeichen: II ZR 48/06

Urteil vom 14.05.2007


Leitsatz:a) Ein organschaftlicher Vertreter, der bei Insolvenzreife der Gesellschaft den sozial- oder steuerrechtlichen Normbefehlen folgend Arbeitnehmeranteile der Sozialversicherung oder Lohnsteuer abführt, handelt mit der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters und ist nicht nach § 92 Abs. 3 AktG oder § 64 Abs. 2 GmbHG der Gesellschaft gegenüber erstattungspflichtig (- insoweit - Aufgabe von BGH, Urt. v. 8. Januar 2002 - II ZR 88/99, BGHZ 146, 264; Urt. v. 18. April 2005 - II ZR 61/03, ZIP 2005, 1026).

b) Ein organschaftlicher Vertreter einer Gesellschaft verletzt seine Insolvenzantragspflicht nicht schuldhaft, wenn er bei fehlender eigener Sachkunde zur Klärung des Bestehens der Insolvenzreife der Gesellschaft den Rat eines unabhängigen, fachlich qualifizierten Berufsträgers einholt, diesen über sämtliche für die Beurteilung erheblichen Umstände ordnungsgemäß informiert und nach eigener Plausibilitätskontrolle der ihm daraufhin erteilten Antwort dem Rat folgt und von der Stellung eines Insolvenzantrags absieht.
Rechtsgebiete:AktG, GmbHG
Vorschriften:AktG § 92 Abs. 2, AktG § 92 Abs. 3, AktG § 93 Abs. 2, AktG § 93 Abs. 3 Nr. 6, GmbHG § 64 Abs. 2,
Verfahrensgang:LG Berlin 14 O 198/04 vom 05.07.2004
KG Berlin 23 U 160/04 vom 22.12.2005

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