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Zweistufentheorie

Entscheidungen der Gerichte




OLG-CELLE – Urteil, 14 U 62/08 vom 17.06.2009

Rechtsgebiete:VOB/B, BGB
Schlagworte:Folgen verzögerter Vergabe, neue Vertragsfristen im Zuschlagsschreiben
Stichwort:Zweistufentheorie
Leitsatz:Enthält das Zuschlagsschreiben des öffentlichen Auftraggebers nach verzögerter Vergabe neue Fertigstellungsfristen, handelt es sich um eine modifizierte Annahme des Bietergebotes und damit unter Ablehnung des ursprünglichen Angebotes um ein neues Angebot i. S. d. § 150 Abs. 2 BGB.

In einem solchen Fall ist es Sache des Bieters, auf während der verlängerten Zuschlagsfrist eingetretene Preiserhöhungen hinzuweisen und ggf. durch erneute Ablehnung des neuen Angebotes einen neuen Preis zu verlangen.

Versäumt der Bieter dies, kann der öffentliche Auftraggeber davon ausgehen, dass der Bieter trotz der eingetretenen Preiserhöhungen auskömmlich kalkuliert hatte, und ist nicht verpflichtet, sich nach Ablauf der Annahmefrist gemäß § 147 BGB auf einen geänderten Preis einzulassen.
Volltext: OLG-CELLE - Urteil, 14 U 62/08



HESSISCHER-VGH – Urteil, 8 UE 1263/07 vom 17.04.2008

Rechtsgebiete:GG, GewO, HGO
Schlagworte:Auswahl, Gemeinde, Marktbeschicker, Privatisierung, Veranstalter, Weihnachtsmarkt
Stichwort:Zweistufentheorie
Leitsatz:1. Hessische Gemeinden waren auch schon vor der Neufassung des § 121 HGO im Jahre 2005 berechtigt, zuvor in kommunaler Regie veranstaltete Weihnachtsmärkte zu "privatisieren".

2. Eine solche Privatisierung setzt voraus, dass die Gemeinde sämtliche Rechte und Pflichten des Marktveranstalters, insbesondere das Recht der Auswahl der Marktbeschicker (§ 70 GewO), auf ein Privatrechtssubjekt überträgt und in Bezug auf den Markt nur noch die öffentlich-rechtlichen Pflichtaufgaben in gewerbe-, straßen- und ordnungsrechtlichen Angelegenheiten wahrnimmt.
Volltext: HESSISCHER-VGH - Urteil, 8 UE 1263/07

BVERWG – Beschluss, BVerwG 6 B 10.07 vom 02.05.2007

Rechtsgebiete:GVG, VwGO
Schlagworte:Beschwerde, weitere Beschwerde, sofortige weitere Beschwerde, "unterschwelliges" Vergabeverfahren, Rechtsweg, öffentlich-rechtliche Streitigkeit, bürgerlich-rechtliche Streitigkeit, Verweisung
Stichwort:Zweistufentheorie
Leitsatz:Für Streitigkeiten über die Vergabe von öffentlichen Aufträgen mit einem Auftragswert unterhalb der in der Vergabeverordnung genannten Schwellenwerte ist nicht der Rechtsweg zu den Verwaltungsgerichten, sondern der ordentliche Rechtsweg gegeben.
Volltext: BVERWG - Beschluss, BVerwG 6 B 10.07

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 6 S 1522/06 vom 30.10.2006

Rechtsgebiete:GG, VwGO, GVG
Schlagworte:Verweisung, Rechtsweg, Öffentlich-rechtliche Streitigkeit, Vergabe, Öffentlicher Auftrag, Schwellenwert, Zweistufentheorie, Effektiver Rechtsschutz
Stichwort:Zweistufentheorie
Leitsatz:Streitigkeiten über die Vergabe öffentlicher Aufträge, die unterhalb des "Schwellenwertes" des § 100 Abs. 1 GWB liegen und daher nicht vom Vierten Teil des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (§§ 97 ff. GWB) erfasst werden, sind keine öffentlich-rechtlichen Streitigkeiten gemäß § 40 Abs. 1 Satz 1 VwGO, sondern bürgerliche Rechtsstreitigkeiten im Sinne von § 13 GVG.
Volltext: VGH-BADEN-WUERTTEMBERG - Beschluss, 6 S 1522/06


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