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Zollfahndungsamt

Entscheidungen der Gerichte




BGH – Urteil, III ZR 298/08 vom 16.07.2009

Rechtsgebiete:StrEG, StPO, ZPO, RVG
Stichwort:Zollfahndungsamt
Leitsatz:Lassen sich die Verteidigungsauslagen, die für Tätigkeiten im Ermittlungsverfahren anfallen, von denen, die für gegen die Strafverfolgungsmaßnahme gerichtete Tätigkeiten entstehen und nach §§ 2, 7 StrEG zu entschädigen sind, nicht abgrenzen, so ist der ersatzfähige Anteil nach Maßgabe des § 287 ZPO zu schätzen. Dies gilt auch dann, wenn die anwaltliche Tätigkeit "deckungsgleich" ist, d.h. wenn während des gesamten Zeitraums, in dem der Verteidiger für seinen Mandanten tätig geworden ist, sowohl das Ermittlungsverfahren lief als auch die entschädigungsfähige Strafverfolgungsmaßnahme (hier: Sicherstellung von Sachen) aufrechterhalten wurde (Fortführung von und Abgrenzung zu BGHZ 68, 86).

Beauftragt der Entschädigungsberechtigte einen Rechtsanwalt mit der Geltendmachung seiner Entschädigungsansprüche gemäß § 10 StrEG, so sind die dafür anfallenden Gebühren gleichfalls als Teil des Vermögensschadens erstattungsfähig. Der Gegenstandswert des zu erstattenden Anwaltshonorars richtet sich nach der Höhe des Entschädigungsbetrags, wobei der von Gesetzes wegen zu erstattende und nicht (nur) der von der Landesjustizverwaltung zuerkannte Betrag maßgeblich ist.
Volltext: BGH - Urteil, III ZR 298/08



KAMMERGERICHT-BERLIN – Beschluss, 1 AR 1855/08 - 4 Ws 128/08 vom 13.01.2009

Rechtsgebiete:StPO
Stichwort:Zollfahndungsamt
Leitsatz:1. Zweifel an einer wirksamen Auslieferungsbewilligung und ein deshalb gegen die Überhaftnotierung anhängiges Beschwerdeverfahren entbinden nicht von der Pflicht zur beschleunigten Behandlung der Überhaftsache.

2. Die Staatsanwaltschaft hat von ihr zum Erreichen der Anklagereife für nötig befundene zulässige (weitere) Ermittlungen unverzüglich durchzuführen, ohne den Ausgang des Verfahrens über eine Beschwerde und weitere Beschwerde des Beschuldigten gegen die Überhaftnotierung abzuwarten.
Volltext: KAMMERGERICHT-BERLIN - Beschluss, 1 AR 1855/08 - 4 Ws 128/08

OVG-SACHSEN-ANHALT – Beschluss, 3 M 361/08 vom 10.11.2008

Rechtsgebiete:BGB, GG, VwGO
Schlagworte:Dolmetscher, Ermittlungsverfahren, Folgenbeseitigungsanspruch, Gefahrenverdacht, Rücknahme, Unterlassungsanspruch, Warnmeldung, Widerruf
Stichwort:Zollfahndungsamt
Leitsatz:Zum Anspruch auf Rücknahme einer sog. Dolmetscherwarnmeldung im einstweiligen Anordnungsverfahren.
Volltext: OVG-SACHSEN-ANHALT - Beschluss, 3 M 361/08

KAMMERGERICHT-BERLIN – Beschluss, 4 Ws 131/07 vom 22.07.2008

Rechtsgebiete:AWV
Stichwort:Zollfahndungsamt
Leitsatz:§ 5d AWV bezieht sich nicht nur auf Güter, die für den abgeschirmten Primärkreislauf einer Kernkraftanlage bestimmt sind; er ist vielmehr Auffangtatbestand für alle Güter, die den Betrieb der kerntechnischen Anlage erst ermöglichen, d.h. der kerntechnischen Anlage unmittelbar funktional zugeordnet werden können. Ein mittelbarer funktionaler Bezug reicht nicht aus. Federelemente, die für die Lagerung von Turbinentische bestimmt sind und hauptsächlich die Betriebsdauer der Turbinen verlängern, sind der kerntechnischen Anlage nicht unmittelbar zugeordnet, da Kernkraftanlagen weltweit selbst in erdbebengefährdeten Ländern auch - nur - über stabil gelagerte Turbinen betrieben werden.
Volltext: KAMMERGERICHT-BERLIN - Beschluss, 4 Ws 131/07


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