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Entscheidungen der Gerichte

OVG-GREIFSWALD – Beschluss, 2 O 50/09 vom 23.07.2009

Will ein vollziehbar Ausreisepflichtiger und geduldeter Ausländer seinen gewöhnlichen Aufenthalt in ein anderes Bundesland verlegen, setzt dies eine (weitere) Duldung der in dem angestrebten Bundesland zuständigen Ausländerbehörde voraus.

NIEDERSAECHSISCHES-OVG – Beschluss, 8 ME 142/02 vom 17.10.2002

Die Ausländerbehörde kann nicht verpflichtet werden, einem Ausländer, dem sie eine Duldung erteilt hat, den Aufenthalt in einem anderen Bundesland zu gestatten, weil die Duldung räumlich auf das Gebiet des Landes beschränkt ist. Ist aus zwingenden Gründen ein Aufenhalt in einem anderen Bundesland erforderlich, kann die zuständige Ausländerbehörde dieses Landes dem Ausländer eine weitere Duldung - beschränkt auf den jeweiligen Aufenthaltszweck - erteilen.

NIEDERSAECHSISCHES-OVG – Beschluss, 8 ME 305/10 vom 02.02.2011

1. Art. 6 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 1 GG gebieten es regelmäßig nicht, dem Wunsch eines Ausländers nach familiärem Zusammenleben im Bundesgebiet zu entsprechen, wenn ein solches Zusammenleben auch im Heimatland des Ausländers oder eines Familienangehörigen zumutbar möglich ist.2. Dem Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 5 AufenthG wegen eines sich aus dem Schutz des Privatlebens nach Art. 8 EMRK ergebenden inlandsbezogenen Abschiebungsverbotes ist es für den Zeitraum des Innehabens dieser Aufenthaltserlaubnis regelmäßig nicht zuzumuten, das Bundesgebiet zu verlassen, um in einem anderen Staat ein Privatleben zu führen.

NIEDERSAECHSISCHES-OVG – Beschluss, 8 ME 139/10 vom 07.07.2010

1. Die durch Art. 6 Abs. 1 GG geschützte Eheschließungsfreiheit gebietet nur dann die Aussetzung der Abschiebung, wenn die Eheschließung unmittelbar bevorsteht.2. Unmittelbar steht die Eheschließung grundsätzlich nur dann bevor, wenn ein zeitnaher Eheschließungstermin von dem zuständigen Standesbeamten bestimmt oder zumindest von diesem als unmittelbar bevorstehend bezeichnet ist. Fehlt es an einem solchen Eheschließungstermin, kann ein unmittelbares Bevorstehen der Eheschließung ausnahmsweise schon dann bejaht werden, wenn das Verwaltungsverfahren zur Prüfung der Ehevoraussetzungen nachweislich erfolgreich abgeschlossen ist und die Eheschließung sich nur aus nicht in der Sphäre der Verlobten liegenden Gründen verzögert.

VG-OSNABRUECK – Urteil, 5 A 72/09 vom 27.11.2009

Ein geduldeter Ausländer kann seine länderübergreifende Umverteilung nur durch Erteilung einer (weiteren) Duldung der für den Zuzugsort örtlich zuständigen Ausländerbehörde erreichen.

VG-SIGMARINGEN – Beschluss, 9 K 1516/07 vom 10.10.2007

Im Falle einer beabsichtigten und unmittelbar bevorstehenden Eheschließung eines Ausländers mit einer deutschen Staatsangehörigen kann der Tatbestand einer zeitweisen Unmöglichkeit der Abschiebung aus rechtlichen Gründen (§ 60a Abs. 2 AufenthG) vorliegen.

VG-FREIBURG – Beschluss, 1 K 1746/07 vom 12.09.2007

Eine unmittelbar bevorstehende Eheschließung, die eine Aussetzung der Abschiebung nach sich zieht, setzt in der Regel einen feststehenden oder doch zumindest verbindlich bestimmbaren Eheschließungstermin voraus. Regelmäßig nicht ausreichend ist es, wenn der Ausländer bei Behörden seines Landes noch für die Heirat erforderliche Unterlagen beschaffen muss (im Anschluss an die obergerichtliche Rspr.).

VG-GELSENKIRCHEN – Beschluss, 16 L 924/05 vom 05.08.2005

Erlaubnis zur Ausübung einer Beschäftigung:

Im Rahmen der Ermessensentscheidung nach § 10 BeschVerfV sind einwanderungspolitische Erwägungen sachgerecht. Es ist sachgerecht, den

Aufenthalt ausreisepflichtiger Ausländer in Deutschland nicht durch die Erteilung von

Arbeitserlaubnissen zu verfestigen.

Arbeitsmarktpolitische Erwägungen sind dagegen nicht Sache der Ausländerbehörde, solange nicht die dafür zuständige Bundesagentur für Arbeit die

Zustimmung zur Erwerbstätigkeit des Ausländers aus diesen arbeitsmarktpolitischen

Gründen verweigert hat.

VG-BRAUNSCHWEIG – Beschluss, 5 B 16/05 vom 14.03.2005

Aufenthaltserlaubnis bis zum Abschluss der Schulausbildung (dringende persönliche Gründe)

NIEDERSAECHSISCHES-OVG – Beschluss, 2 ME 662/04 vom 09.03.2004

Zur Frage, ob eine syrische Staatsangehörige, deren Asylverfahren negativ abgeschlossen ist und die eine auf das Land Sachsen-Anhalt beschränkte Duldung hat, zusätzlich eine Duldung für das Land Niedersachsen beanspruchen kann, um mit ihrer Familie zusammenzuleben zu können.

VG-OLDENBURG – Beschluss, 12 B 4825/02 vom 21.11.2002

1. § 56 Abs. 6 AuslG greift auch dann ein, wenn aufeinander folgende Duldungen für insgesamt länger als ein Jahr erteilt worden sind.

2. Die Ankündigung der Abschiebung gemäß § 56 Abs. 6 AuslG bedarf nicht der Schriftform; ein konkreter Termin muss nicht genannt werden.

3. Ein Anspruch auf Erteilung einer Duldung zur Durchführung des Scheidungsverfahrens besteht grundsätzlich nicht.

NIEDERSAECHSISCHES-OVG – Beschluss, 11 ME 406/02 vom 20.11.2002

Zu den dringenden humanitären oder persönlichen Gründen iSd § 55 Abs. 3 AuslG kann auch die Fortführung oder der Abschluss einer im Heimatland nicht gewährleisteten medizinischen Behandlung gehören (hier verneint für die Nachbehandlung einer vor ca 1 1/4 Jahren erlittenen und osteosynthetisch versorgten Oberschenkelfraktur in der Türkei).

VG-BRAUNSCHWEIG – Beschluss, 6 B 548/02 vom 18.11.2002

1.) Die örtlich zuständige niedersächsische Ausländerbehörde darf einem Ausländer gem. § 64 Abs. 2 Satz 1 AuslG auch dann eine Duldung zum Aufenthalt in ihrem Zuständigkeitsbereich erteilen, wenn der Ausländer bereits im Besitz einer in einem anderen Bundesland ausgestellten Duldung ist.

2.) Die Erteilung der zusätzlichen Duldung liegt im Ermessen der Ausländerbehörde. Die Ausländerbehörde darf die Duldung nur erteilen, wenn dies aus dringenden und schwerwiegenden Gründen geboten ist. Sie ist zur Erteilung verpflichtet, wenn bei strikter Einhaltung der mit der bestehenden Duldung verbundenen räumlichen Aufenthaltsbeschränkung Grundrechte verletzt würden.

3.) Einzelfall einer wegen Eheschließung mit einer deutschen Staatsangehörigen nach Art. 6 Abs. 1 GG gebotenen zusätzlichen Duldung.

VG-STUTTGART – Beschluss, 13 K 4129/02 vom 16.10.2002

Dass es für das Bestehen einer aufenthaltsrechtlich schützenswerten Beistandsgemeinschaft nach der Rechtsprechung des BVerfG nicht darauf ankommt, ob die von einem Familienmitglied tatsächlich erbrachte Lebenshilfe auch von "anderen Personen" erbracht werden kann, enthebt grundsätzlich nicht der Prüfung, ob die jeweils in Rede stehende Lebenshilfe (hier: für einen nachzugswilligen pflegebedürftigen Elternteil volljähriger Kinder) nicht auch im Heimatland von anderen zum Beistand verpflichteten nahen Angehörigen (hier: von einem anderen volljährigen Kind) erbracht werden kann. Nur dann, wenn dies nicht der Fall ist, kann davon ausgegangen werden, dass das hilfebedürftige Familienmitglied auf die Lebenshilfe gerade eines im Bundesgebiet lebenden anderen Familienmitglieds angewiesen ist.

VG-OLDENBURG – Beschluss, 11 B 844/04 vom 30.01.2001

Duldung zur Wahrung der familiären Lebensgemeinschaft (insbesondere Vater-Kind-Beziehung) und zur möglichen Geltendmachung von abgeleiteten Aufenthaltsrechten bei der Ausländerbehörde eines anderen Bundeslandes.

OLG-KOELN – Beschluss, 16 Wx 78/97 vom 31.07.1997

Auch das Recht, die Unterlassung einer der Teilungserklärung grob widersprechenden Nutzung von Sondereigentum verlangen zu können, kann verwirkt werden, wenn die Miteigentümer diese Nutzung über Jahre hin geduldet, aus dieser Nutzung folgende Kosten in den jährlichen Abrechnungen berücksichtigt und dadurch das Vertrauen begründet haben, auch in Zukunft den Unterlassungsanspruch nicht geltend zu machen. Das Motiv einer solchen Duldung kann nur insoweit eine Rolle spielen, als es auch den Anspruchsgegnern bekannt war und deshalb ihr Vertrauen infrage stellen konnte.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 11 S 1291/96 vom 17.07.1996

1. Eine Abschiebungsankündigung nach § 56 Abs 6 S 2 AuslG (AuslG 1990) stellt im Gegensatz zur Abschiebungsandrohung nach § 50 AuslG (AuslG 1990) keinen Verwaltungsakt dar.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 8 S 1762/94 vom 22.08.1994

1. Versucht eine Gemeinde über viele Jahre hinweg, durch Einbeziehung eines Grundstücks in den Geltungsbereich eines Bebauungsplans die planungsrechtliche Zulässigkeit eines im Außenbereich errichteten Gebäudes zu erreichen, schafft sie keinen Vertrauenstatbestand dahin, daß das Gebäude auch bei Scheitern dieser Bemühungen hingenommen werden soll.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, A 13 S 334/92 vom 25.11.1993

1. Die Übergangsvorschrift des § 87 Abs 1 Nr 1 AsylVfG 1992 (F: 1992-06-26), wonach bereits begonnene Asylverfahren nach dem bisher geltenden Recht zu Ende zu führen sind, wenn vor dem Inkrafttreten des Asylverfahrensgesetzes 1992 das Bundesamt seine Entscheidung an die Ausländerbehörde zur Zustellung abgesandt hat, setzt nicht voraus, daß das Verfahren vor dem Bundesamt vor dem 1. Juli 1992 noch nicht bestandskräftig abgeschlossen war.

2. Da die gerichtliche Überprüfung von Abschiebungsandrohungen, die Ausländerbehörden auf der Grundlage des § 28 Abs 1 S 1 AsylVfG 1990 erlassen haben, von der Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt der behördlichen Entscheidung auszugehen hat, kann ein erst nach Erlaß der Abschiebungsandrohung gestellter Folgeantrag keinen Einfluß auf die Rechtmäßigkeit einer solchen Abschiebungsandrohung haben.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 13 S 2535/92 vom 04.11.1992

1. Die Ausreisepflicht und ihre Vollziehbarkeit eines Asylbewerbers, dessen Asylantrag bestandskräftig als offensichtlich unbegründet abgelehnt wurde, dessen Aufenthalt im Bundesgebiet aber im Hinblick auf die unsichere Lage im Herkunftsland (Libanon) zunächst faktisch und förmlich geduldet wurde, entsteht jedenfalls mit der Versagung weiterer Duldungen.

2. Ein nach Entstehen der Ausreisepflicht gestellter Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung kann die Vollziehbarkeit der Ausreisepflicht nicht mehr hemmen.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 13 S 2608/91 vom 18.02.1992

1. Der besondere Versagungsgrund des § 8 Abs 1 Nr 1 AuslG 1990 greift nicht ein, wenn der Ausländer erst nach seiner Einreise den Entschluß faßt, sich länger als drei Monate im Bundesgebiet aufzuhalten oder im Bundesgebiet eine Erwerbstätigkeit auszuüben (vgl § 11 Abs 1 AuslG DV).

2. Für die Frage, welche Anforderungen an die Widerlegung der Vermutung des § 71 Abs 2 S 2 AuslG 1990 zu stellen sind, kann an die zum Ausländergesetz 1965 ergangene Rechtsprechung (BVerwG, Urteil vom 4.9.1986, BVerwGE 75, 20 = NJW 1987, 597) angeknüpft werden. Danach ist ein erst nach der Einreise eingetretener Sinneswandel nur glaubhaft, wenn er durch besondere Umstände plausibel gemacht wird.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 1 S 15/92 vom 06.02.1992

1. Ob ein Ausländer "unerlaubt eingereist ist" und für ihn deshalb die fiktive Duldungswirkung eines von ihm nach Einreise gestellten Antrags auf Aufenthaltsgenehmigung entfällt, bestimmt sich nach § 58 Abs 1 AuslG; soweit es hierbei darauf ankommt, ob der Ausländer bei der Einreise eine erforderliche Aufenthaltsgenehmigung nicht besitzt (§ 58 Abs 1 Nr 1 AuslG) findet die gesetzliche Vermutung, daß er schon im Zeitpunkt der Einreise visumspflichtig und das Visum zustimmungsbedürftig war (§ 71 Abs 2 S 2 AuslG), keine Anwendung.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 11 S 1455/91 vom 27.06.1991

1. Eine Abschiebungsandrohung ist im Land Baden-Württemberg kraft Gesetzes sofort vollziehbar. Dies gilt auch dann, wenn sie der Vollstreckung einer kraft Gesetzes vollziehbaren Pflicht dient (wie VGH Bad-Württ, Beschluß vom 15.04.1991 - 1 S 931/91 -).

2. Einem polnischen Staatsangehörigen muß nach Ablehnung seines Antrags auf Ausstellung eines Vertriebenenausweises der weitere Aufenthalt im Bundesgebiet zur Durchführung des Rechtsbehelfsverfahrens nicht mehr ermöglicht werden (im Anschluß an VGH Bad-Württ, Beschlüsse vom 20.12.1990 - 1 S 3055/90 -, DÖV 1991, 386, und vom 15.02.1991 - 13 S 3076/90 -). Soweit der beschließende Senat in seiner bisherigen Rechtsprechung eine andere Gewichtung der Interessenlage vorgenommen hat (siehe dazu insbesondere den Beschluß vom 24.02.1989 - 11 S 187/89 -, VBlBW 1989, 267 = NVwZ 1989, 794 = Die Justiz 1989, 403), hält er daran aufgrund der inzwischen allgemein veränderten tatsächlichen und rechtlichen Verhältnisse nicht mehr fest (siehe Beschluß des Senats vom 30.04.1991 - 11 S 1945/90 -).

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 1 S 931/91 vom 15.04.1991

1. Die Ausländerbehörde darf eine Abschiebungsandrohung nur erlassen, wenn der Ausländer ausreisepflichtig und die Ausreisepflicht kraft Gesetzes oder auf Grund sofort vollziehbaren Verwaltungsakts vollziehbar ist.

2. Eine Abschiebungsandrohung ist im Land Baden-Württemberg kraft Gesetzes sofort vollziehbar. Das gilt unabhängig davon, ob ihr ein Grundverwaltungsakt vorausgegangen ist oder ob sie der Vollstreckung einer kraft Gesetzes vollziehbaren Pflicht dient.

3. Das Rechtsmittel gegen die Ablehnung einer ausländerrechtlichen Duldung entfaltet keine aufschiebende Wirkung. Vorläufiger Rechtsschutz kann insoweit nur im Wege einer einstweiligen Anordnung gewährt werden.


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